290
das unterſcheidende Abzeichen des indianiſchen Kriegers. Wir hatten alſo mit würdigen Gegnern zu thun, und nicht etwa mit jenem feigen Diebsgeſindel, das ſich zuweilen auch in den Wäldern umhertreibt.“
Der Jäger ſchoͤpfte Athem und ich vernahm das Schnar⸗ chen des Canadiers, der während der Erzählung ſanft ent⸗ ſchlummert war. Welch ein Gegenſatz! Dort der ſchwerfällige Normann, hier der reizbare, ſpöttiſche Sohn des Südens, der ſeinen, übrigens probehaltigen Muth recht gern in's hellſte Licht ſtellt.
„Wohl zwanzig mal hob ich die Büchſe, voll Begierde, einem von den rothen Sakermentern das Lebenslicht auszubla⸗ ſen, und zwanzig mal drückte mein Geſpann die Mündung wieder abwärts. Endlich ergab ich mich ſeinem vernünftigern Rath, wenn ſchon nicht ohne Widerſtreben. Bedenkt auch ſeit ſiebenzehn Tagen verfolgten wir ſchon die Racker. Vom Auf⸗ geben des Angriffes war natürlich keine Rede, denn wozu wa⸗ ren wir denn nachgezogen? Aber es war klug, erſt die Oert⸗ lichkeit zu unterſuchen, bevor wir angriffen, zwei gegen dreißig. Wir ſahen uns alſo um. Ringsum waren, bis auf einen Hag von Weiden und Baumwollenſtauden, die Geſtade abwech⸗ ſelnd mit Holzungen beſtanden und von offenen Stellen oder Lichtungen durchſchnitten. Zwei Büchſenſchüſſe weiter abwärts im Strom zeigte ſich, vom Nebel halb verhüllt, eine andere kleine Inſel. Unſere Schelme hatten mithin ihren Platz gut
Geſieder des Pfeils den Schützen nicht an der linfen Hand beſchädigen. Sie ſind zugleich das Abzeichen des Kriegers.
5


