„Ihr habt mich zum Beſten.“ „Schaut ſelber zu, wenn Ihr mir nicht glauben mögt.“ ſagte Mataſiete, ſich erhebend. Ich folgte ihm, und er führte mich zu einer Stelle am Rande des Waſſers, wo ich auf dem feuchten Boden im Dämmerſchein des ſchwindenden Tags die Fährte des furchtbaren Thieres erkannte.
„Die Fährte iſt von vorgeſtern,“ ſagte mit Zuverſicht der wohlerfahrene Waidmann:„der Jaguar hat alſo ſeit vier⸗ undzwanzig Stunden nicht getrunken. Da es nun im Um⸗ kreis von zwanzig Stunden nirgends Waſſer gibt, als hier und beim Gehöft, ſo iſt die Rechnung leicht gemacht. Zur Noria kann er nicht wegen der Wachtfeuer; hieher treibt ihn der Durſt, lockt ihn die Witterung des Fohlens.“
Mir kam dieſe Berechnung äußerſt folgerichtig vor. So war ich denn unverſehens ein Tigerjäger geworden, aber ohne Wehr und Waffen. Etwas verblüfft nahm ich wieder meinen Platz auf dem Moos ein. Mir war's einen Augenblick lang, als hätte ich in der Hacienda ein dringendes Geſchäft; indeſſen ſchämte ich mich, den Verdacht der Feigheit auf mich zu laden, und blieb, ſo wunderlich mir's auch vorkam, mit den Händen in den Taſchen auf der Tigerjagd zu ſein.
Die beiden Herrn Waldmänner machten ſich's bequem unter einem Baum, als verließen ſie ſich auf meine Wachſam⸗ keit und meinen Schutz. Der Canadier reckte und ſtreckte ſich überaus behaglich, und in ſeinen gewaltigen Formen bewun⸗ derte ich einen der wenigen Ueberreſte des kecken Geſchlechtes von Abenteurern, das bald verſchollen ſein wird.
„Nehmt Platz bei mir,“ ſagte Bermudes:„wenn Ihr


