281
auch träfe, ihre Kinder als Sklaven zu verkaufen, und den Erlös den armen Seelen im Fegfeuer(animas benditas) zu widmen.
Bermudes ſtand, wie man ſich erinnern wird, mit den armen Seelen in laufender Rechnung.
Seine Antwort lehrte mich, daß er dieſe Rechnung für geſchloſſen erachtete; auch merkte ich daraus, daß er ſich meiner ganz wohl erinnerte. Das müſſe ein ſauberer Jäger ſein, meinte er, der nicht Jeden wiedererkenne, den er auch nur im Fluge geſehen.
Für den Augenblick mußte ich übrigens darauf verzichten, etwas Näheres zu vernehmen; er hatte offenbar mit Ramon wichtige Geſchäfte, und ich konnte ihn nicht mit Fragen nach ſeinen Abenteuern aufhalten, ſondern ging meines Weges.
Halb unwillkürlich ſuchte ich den Ort auf, wo die Ce⸗ pos und andere Strafmittel der Hacienda zu finden waren. Der Cepo beſteht aus zwei Querhölzern über einander, mit einer runden Oeffnung für den Hals, und ebenſo für die Füße, letztere mehr erhöht; der Eingeſpannte ruht dadurch faſt mit ſeiner ganzen Laſt auf dem Nacken, und dieſe Lage, An⸗ fangs nicht allzu beſchwerlich, wird im Verlauf der Stunden unerträglich. In einem kleinen Hof ſtanden etwa ein halbes Dutzend Cepos um eine Picota(Pranger), die nur bei be⸗ ſondern Anläſſen diente.
Das Unglück des Peons hatte mich gerührt, und ich wollte ihm ein Geſchenk machen; aber die Vorſehung, die ſich ſtets der einfachſten Mittel bedient, um den Bedrängten zu helfen, war mir bereits zuvorgekommen, und hatte den Armen


