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Siebentödter. Ein gewürfeltes Tuch, mit geronnenem Blut reichlich geſättigt, war ſeine ganze Kopfbedeckung. Die Metall⸗ knöpfe und Silberlitzen an der Jacke und den Lederhoſen, deren letzten Schimmer ich noch gekannt, waren gänzlich verſchwun⸗ den. Durch die Löcher des Gewandes guckten einige Fetzen von einem Hemd, und die Zehen aus den zerriſſenen Schuhen. Das Geſicht trug noch den bekannten Ausdruck ritterlicher Unerſchrockenheit, und war nur noch etwas tiefer gebräunt.
„Biſt Du's wirklich, Siebentödter?“ rief Ramon ihm ent⸗ gegentretend, wie um ſich zu vergewiſſern, daß ihn kein Trug⸗ bild täuſche.
„Siebentödter? Neuntödter langt noch nicht,“ verſetzte der Jäger mit etwas ſchauſpielerhafter Geberde:„ich bin's, den jemals wiederzuerblicken Ihr ſchwerlich glaubtet.“
„Ich hätt' es ebenfalls nicht geglaubt,“ ſagte ich.
Als ich vierzehn Tage zubor den Mexicaner mit dem Ca⸗ nadier im Walde traf, machte die Mannhaftigkeit und Ent⸗ ſchloſſenheit der zwei waglichen Abenteurer einen gewaltigen Eindruck auf mich; indeſſen konnte für ſie das Zuſammen⸗ treffen mit mir nur ein ganz gewöhnlicher Vorfall ſein, den ſie ſicherlich vergeſſen hatten. Ich erinnerte darum Bermudes an den Wald von Fronteras, an die Indianerfährten beim verlaſſenen Dorf und an die Abendmahlzeit bei meinem Feuer. Die räuberiſchen Indianer hatten ihm nebſt dem Ertrag ſeiner Mühen und Gefahren auch ſein Roß entführt; er hatte das Gelübde gethan, den Sattel des verlorenen Roſſes auf dem Kopf zu tragen, bis er denſelben einem der Spitzbuben auf⸗ gelegt; ferner hatte er geſchworen, ſie anzugreifen, wo er ſie


