ſamen, abſcheulichen Menſchen zuzog.— Poveretta! ſagte man überall. Niemand aber, wenn man von dem in der Hochzeitnacht ermordeten jungen Gatten ſprach, ſagte: Pove⸗ retto!
Ghita war verurtheilt, aber die Hinrichtung erfolgte nicht. Jeden Tag wechſelte der Botſchafter hierüber Noten mit dem Groß⸗ juſticiar. Man wußte, daß ſich der Cardinal Berliotti für die junge Römerin intereſfirte, und die Maleracademie be⸗ fürchtete eine Entweichung. Endlich auf's Aeußerſte gebracht, ging der franzöſiſche Repräſentant perſönlich zu dem Prälaten⸗ Staatsſecretär und forderte die Hinrichtung innerhalh vier⸗ undzwanzig Stunden, wobei er im Falle der Weigerung ſeine Päſſe zu verlangen drohte. Man verſprach, den Galgen er⸗ richten zu laſſen, und die Hinrichtung wurde auf neun Uhr Abends beſtimmt.
Am andern Tage behauptete ganz Rom, ſie habe ſtatt⸗ gefunden. Ich hatte nicht Luſt gehabt, die Sache mitanzu⸗ ſehen. Kurze Zeit nachher reiſte ich ab. Die Desmarets waren längſt abgereiſt.
Es vergingen ſeitdem vier Jahre. Vor acht Tagen kam ich durch Florenz. Bei der Pergola traf ich einen Maler, den ich während meines früheren Aufenthalts kennen gelernt hatte. Ich verabredete mit ihm, den andern Tag in ſein Atelier zu kommen, um Glasmalereien von Murano zu ſehen, die er kurz zuvor erſt erhalten hatte. Pünktlich beim Rendezvous betrachtete ich einige angefangene Arbeiten des Künſtlers. Plötzlich ſtellte er einen Kopf vor mich, bei deſſen


