Uuſtigen wiſſen.
265
erfuhr ich endlich zu meiner Freude, daß der Hochzeitstag anberaumt war. Der Vater Desmarets, welcher unter dem Kaiſerreich in der Bureaukratie gedient hatte, ſtand in Ver⸗ bindung mit dem Botſchafter und ein Cardinal ſollte die Trauung vollziehen... Rückſichten, welche die Familie be⸗ ſtimmten, die Hochzeit in der Stadt des Papſtes zu halten. Bis jetzt hatte man nur auf einen Bruder von S... ge⸗ wartet, welcher endlich angekommen, und Alles war für die Ceremonie bereit, die in der Kapelle und in den Salons der franzöſiſchen Ambaſſade ſtattfinden ſollte.
Ich hatte S... nicht wiedergeſehen; er ſchickte mir nur zwei Tage vor der Hochzeit ein Einladungsbillet, worin er ſich entſchuldigte, daß er mich nicht ſelbſt beſucht habe. Diesmal glaubte ich vollkommen beruhigt ſein zu können und bemühte mich, als unvernünftig jede Ahnung zu vertreiben, die meinen Geiſt noch quälte.
Endlich kam der erſehnte Hochzeitstag. Ich fand mich frühzeitig bei den Desmarets ein: S.. ſah etwas kummer⸗ haft aus. Leicht konnte ich wahrnehmen, daß er es ſorgfältig vermied, mit mir allein zu ſein... Es fand ein Frühſtück ſtatt, wozu ein Theil der franzöſiſchen Schule eingeladen wor⸗ den war... Die Einſegnung des Cardinals wurde gegen zehn Uhr gefeiert. Die bürgerliche Trauung war am Morgen in den Bureaur des Botſchafters geſchloſſen worden. Sämmt⸗ liche Gäſte brachen nach der Villa Coſini auf, wo man bis zum Abend blieb. Alles ging auf's Beſte.. man beluſtigte ſich, wie ſich liebenswürdige, geiſtreiche junge Künſtler zu be⸗ Das Perſonal der Votſchaft hatte nur den


