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Band 2 (1847) Band 2
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Abend, wo im Teatro Valle die Corini und andere vortreff⸗ liche Künſtler ſangen, ſah ich S. in einer Loge mit ſei⸗ ner Braut. Ich begriff das nicht.

Fräulein Anne Desmarets war ein hübſches Mädchen von achtzehn Jahren, blond, weiß, roſig, etwas puppenartig, aber ſo reizend, als man es in einem vollkommenen Gegenſatz zu der braunen Ghita ſein konnte. Vater und Mutter hatten vortreffliche Elterngeſichter und waren ſonntäglich aufgeputzt wie Portraits.

Alles dies hatte ein gutes, ehrliches, gediegenes Aus⸗ ſehen; es war eine Heirath von ſieben⸗ bis achttauſend Fran⸗ ken Rente die, Gott ſei Dank, noch ſehr geſunden, Hoff⸗ nungen nicht zu rechnen alſo immerhin ſo viel, als ein Künſtler braucht, um den Bedürfniſſen des ehelichen Herdes zu entſprechen und dabei ſeine Kunſt zu treiben, ohne ſeine Zuflucht zum Handwerk nehmen zu müſſen.

Ich weiß nicht, warum der Anblick des in der Loge mit den kleinen ſeidenen Vorhängen gut eingerahmten Familienge⸗ mäldes mir peinlich war. Es kam mir vor, als ſähe ich über Allem dem den Dolch von Ghita wie ein neues Schwert des Damokles ſchweben... S.. hatte jedoch ein zufriedenes, heiteres, glückliches Ausſehen.. Ich nußte glauben, meine Befürchtungen wären Chimären, und hörte auf die reizende Corini, welche Wunder der Weliſtn in der Polaca der Puritaner vollhrachte.

Mehrere Tage ſah und hörte ich nichts von S.. und ebenſo auch nicht von den Desmarets. Man ſagte mir nur

in der Villa Mediei, ſie liefen in Rom umher. Eines Tags