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Ich bekam einen ruhigeren Tag, als ich hatte hoffen können, denn die Erinnerung an die Cecchina leiſtete mir Beiſtand. Was ſeinen Mordverſuch betrifft, ſo konnte ich ihn leider nicht anders, denn als einen Beweis von Liebe und Leidenſchaft betrachten, ſtatt darin ein Werk der Rache für getäuſchte Hoffnungen zu ſehen. Als der Abend und damit die Stunde kam, wo ich ihn im Theater ſehen konnte, faßte mich mein Delirium wieder. Zum Glück kehrte mein Vater von Salerno zurück... Ich konnte nicht ausgehen.
„Was ſoll ich Euch ſagen, Signori? Während der dar⸗ auf folgenden paar Tage war es eine beſtändige Abwechſelung von Irrwahn und Anſtrengungen der Vernunft, ſo daß ich am Sonntag, da mein alter Vater mit Reiſenden hatte weg⸗ fahren müſſen, in den beſuchteſten Straßen umherſchweifte, in der Hoffnung, ihm zu begegnen, ſo wenig hatte ich Geduld bis zum Abend, bis zur Stunde des Schauſpiels zu warten. Ich ließ mich von einer meiner Nachbarinnen begleiten, um nicht das Ausſehen einer Zingarella*), einer Straßenläuferin zu haben. So begab ich mich nach der Villa Reale, wo ganz Neapel am Nachmittag ſpazierenging. Müde, unter die⸗ ſem Gedränge umherzuirren, ſetzte ich mich mit meiner Ge⸗ fährtin und ſah in allen Richtungen dieſe wohlgekleideten Spaziergänger ſich durchkreuzen und vorüberziehen. Zufällig wandte ich mich halb um, ich erblickte„ eine Blendung befiel mich, daß ich glaubte, es tanze Alles in den Gärten ich erblickte, ſage ich, ein Paar, das ſtehen geblieben
*) Zigeunerin.


