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Band 2 (1847) Band 2
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ganz aus der Faſſung kam*). Ich geſtehe, daß mir dies

eine Art von Zorn, eine Kälte im Herzen verurſachte, welche

wie ein Vorgefühl wirkte.

Dieſes Stück bereitete mir zugleich Vergnügen und Pein, ich war glücklich und ich litt. In dem folgenden Zwi⸗ ſchenakt mußte Carlino fingen: dies war ein Talent von ihm, das ich kaum kannte, denn ich hatte ihn höchſtens ohne Folge trällern hören. Er trat in die Scene, als Römer gekleidet, wie Faone in der Oper Sappho. Der geſcheite Menſch wußte, daß er ein hübſcher Junge war, und ließ keine Gelegenheit vorübergehen, aus dieſer Naturgabe Vortheil zu ziehen. Er ſang.. und ich war erſtaunt, denn er beſaß wirklich eine ſchöne, weiche, ſympathiſche Tenorſtimme voll Ausdruck... Ah! der Birbante! Der Teufel hatte Alles für ihn gethan. Als er an folgende Verſe der Cabaletta kam:

Mai piu, mai piu divi-i isero Ah! cara non saremo, no! Sola una tomba avre-e-eemo!

(Ghita ſang das Motiv), da fühlte ich mein Herz aus mir entfliehen, als wollte es auf ſeine Lippen ſchweben und hier dieſe leidenſchaftlichen Worte auffaſſen, die mir die Zu⸗ kunft zu verheißen ſchienen. Sobald er geendigt hatte, ver⸗ nahm man wieder ein Klatſchen und Schreien, wie es nur Ronconi und Moriani allein gehört haben. Er wurde ich

*) Dies liegt ganz in den Sitten des Volkes im Süden Italiens, ſo daß ſich häuſig kein Schauſpieler findet, der die Rolle des Verräthers übernehmen will.