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Sie wollte trinken; man ließ ihr Sorbet holen, und wir legten Kreide und Palette nieder.
Seltſame Schamhaftigkeit! Sobald wir ſie nicht als Mo⸗ dell nahmen, ſchien ſie äußerſt verlegen über ihre Entblößung.
Sie hüllte ſich in ihre Haare. Ich machte S. hier⸗ über eine Bemerkung.
„Das iſt wie bei den Tänzerinnen,“ ſagte er;„ſie ver⸗ bergen ſich vor den Blicken, wenn ſie in den Couliſſen ein Knieband, eine Schleife zu befeſtigen haben, während einen Augenblick nachher tauſend Perſonen ihre Formen nach Wohl⸗ gefallen lorgniren. Ghita muß dies bei ihrem Charakter über⸗ treiben; ich könnte ſie beſtimmen, mir als Andromeda ʒu ſte⸗ hen, und wenn ich es in ihrem Hauſe wagen würde, ihren Ellenbogen zu berühren 4„
„So würden Sie von ihr erdolcht!“ rief ich lachend.
Der Sorbet kam.
S. war träumeriſch.
Ich wußte, daß er in wenigen Monaten eine von ſeinen Coufinen heirathen ſollte, ſeine Familie ſollte ihn ſogar in Rom abholen.
Dieſe Künſtlerleidenſchaft kam ſehr ungelegen; ich hätte gern den Enthuſtaſten davon abgebracht. Sich mehr enthüllend, unterjochte leider Ghita auch mehr den armen Maler, der die Einbildungskraft eines Dichters beſaß.
„Ich beſchloß alſo mehr als je auf meinen Epigrammen über das ſeltſame Modell zu beharren und ſogar meinem ge⸗ heimen Gefühle entgegengeſetzte Meinungen auszuſprechen, wenn


