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Schelm, der ja gar zu gern ſein Verſprechen erfüllte, wenn nicht ſein Gewiſſen und die Furcht vor Schande ihn daran hinderte!“
Alſo redete er und ſeufzete er mehrere lange Tage hin⸗ durch, und in ſein Gefängniß kam nicht Rath, nicht Hülfe. Der Schließer brachte ihm mürriſch Brod und Waſſer, ohne einen Laut von ſich zu geben. Im ganzen Thurm war's ſtill und öde in der übrigen Zeit. Lebendig begraben moderte Gottrath in einer wüſten Todtengruft.— Doch bald glaubte er gar nicht mehr an ſein eigen Leben. Mit ausgebranntem Hirn gleichſam hockte er auf dem Steine, der ihm Bett und Seſſel und Tafel zugleich war„ und beneidete den dumpfen kalten Molch, der hie und da— ſein einziger Geſelle— über ſeine Füße kroch, um ſeine Freiheit, um ſein reges und wegliches Daſein.
Und wiederum einmal raſſelte der Schlüſſel in der Thüre, und die Riegel klappten auf, und des Hüters ſtruppiges Haupt ſchaute wie ein geſpenſtiger Mohrenkopf in das Verließ.— Schon wieder ein Tag herum? fragte ſich Gottrath in Ge⸗ danken: ei der iſt mir kurz geworden! Schon wieder Waſſer und Brod zur Speiſe, und ich habe noch das geſtern empfan⸗ gene nicht angerührt?»
Das machte: es waxen nur etwa ein paar Stunden ſeit dem letzten Beſuch des Wärters verſtrichen, und diesmal brachte 6 derſelbe nicht die Nahrung für den Eingekerkerten, ſondern ein
paar Worte, die, wenn gleich ein rauher Befehl, doch wie eine
Engelsrede in Gottraths Ohr fielen. „Steh' auf; geſchwinde auf!—


