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Band 2 (1847) Band 2
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Gottrath gehorchte, und der dunkle Mann ſtand neben ihm und öffnete das Schloß ſeiner Kette, die er um die Fauſt wickelte.Wandle! hieß es jetzt:der Richter wartet Deiner!

Gott ſei Dank! rief der Schüler freudig aus, und wollte dem Wärter die Hand drücken aber grimmig entzog ſie ihm der Mann, und brummte:Keine Berührung, Unſeliger, r Bin ich denn mit dem Ausſatz geſchlagen, daß Du mich

alſo zurückſtoßeſt? fragte Gottrath gekränkt; aber zur Entgeg⸗ nung wurde ihm nur ein abermaliger Stoß zwiſchen die Schulterblätter und der erneuerte Befehl:Wandle, ſag' ich Dir. Der Richter wartet!

Somit wandelte Gottrath, und tappte, an ſeiner Kette den Schergen nach ſich ziehend, durch halb dunkle Schlupf⸗ winkel, über düſtre ſchmale Wendeltreppen, bis vor eine ſchwere Pforte, die ſich gähnend vor ihm aufthat.

Ach, dieſe Pforte führte nicht in die Freiheit; ſie öffnete im Gegentheil den Zugang zu einem Gemach des Jammers, das noch abſcheulicher erſchien, als Gottraths Kerker ſelbſt, da ſeine Armſeligkeit und ſeine Schreckniſſe nicht ſo gnädig, wie jenes, mit dicker Finſterniß verhüllt waren. Ein kleines Gemach mit ſchwarzen Wänden, gewölbt, von einem ſtark ver⸗ gitterten Fenſterchen matt erhellt, und weil dieſe zweifelhafte Helle nicht zureichen wollte, nebſtbei von einer qualmenden Lampe erleuchtet. Dieſe trübe Fackel loderte auf einem kleinen Tiſche, hinter dem der Richter ſammt zwei Beiſitzern thronte. In der Mitte des Gemachs ragte ein ſtarker Pfahl bis zum Schluß⸗ ſtein des Gewölbes. Die allerlei Ringe, Haken und Kloben,