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bald Franz ſich unter dem Volk befand, begann er überlaut zu ſchreien, ſein Opfer immer weiter ſchleßpend:
„Der Henker, da der Henker!“
„Schlagt ihn todt, ſchlagt ihn todt!“ ertönte es von allen Seiten und Alles lief hinter Franz drein, um der Ab⸗ ſchlachtung beizuwohnen. Und als ſich Lina's Bruder vom raſenden Volke dicht umringt ſah, warf er den Mann, den er bei den Füßen fortzog, mitten unter ſie, ihnen zurufend:
„Da iſt der Scharfrichter!“
„Schlagt ihn todt! ſchlagt ihn todt!“
Und hunderte von Schlägen mit allen Waffen fielen auf den heulenden Mann, der in der Dunkelheit für den rechten Henker angeſehen wurde, da ſein Flehen in dem ungeheuren Getöſe nicht gehört wurde. Er lebte keine Viertelſtunde mehr; die Kleider wurden ihm vom Leibe geriſſen und ſein Körper ſo zerſtümmelt, daß er nicht mehr zu erkennen war.
Franz ließ das tolle Volk bei ſeiner ſchauerlichen That und kam nach einiger Zeit zu ſeiner Schweſler zurück, die neben ihrem Geliebten ſaß und den Herrn um Gnade für ihn bat; er fand, bei der Unterſuchung von Geeraerts Zuſtand, daß das Herz noch klopfte, und daß nur eine Betäubung ihn des Gefühles beraubt hatte. Seine Schweſter verlaſſend, lief er nach einer Gracht und beſpritzte mit Waſſer das Antlitz und die Bruſt Geeraerts, der nach und nach wieder zu ſich kam. Das Erſte, was er bei ſeinem Erwachen fühlte, war der Kuß ſeiner lieben Lina, die beinahe vor Freude verging und keine Worte finden konnte, um ihre Gefühle auszu⸗ ſprechen.


