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Band 1 (1846) Band 1
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Dieß trieb die Wuth der Menge auf die Spitze; die Frauen, Kinder und die beſſeren Bürger flohen nach allen Seiten des Galgenfeldes und es blieb nur noch der Abſchaum der Stadt, der böswillige und wüthende Pöbel, der mit unge⸗ meiner Gewalt ſich nach dem Schaffot drängte, und den Hen⸗ ker, trotz dem Widerſtreben der Gerichtsdiener, herabholen wollte. Es war ein Geſchrei und ein Gewühl, daß man we⸗ der hörte, noch ſah.

Um den Scharfrichter hatten ſich auf dem Schaffote die Gerichtsdiener aufgepflanzt, in der Abſicht, ihn zu beſchirmen; aber beſonders auch, um den Verurtheilten feſtzuhalten, der mit Gewalt loszukommen ſuchte. In dieſem Augenblick ſtieg ein Mann langſam auf das Schaffot, und in die Nähe des Scharfrichters gekommen, raunte er ihm die Worte in's Ohr:

Geeraert, Lina beſchwört Dich bei Gott und Deiner Liebe zu ihr, daß Du noch einmal mit ihr ſprecheſt, ſie ſteht da unten folge mir!

Dann ſprang er zur rechten Seite unter das Volk, um Geeraert den Ort zu zeigen. Der junge Scharfrichter folgte dem Gedanken der Liebe; konnte er der guten Geliebten das letzte Lebewohl verſagen, ehe er ſterben würde: er lief das Schaffot hinab zu Lina, die daneben ſtand. Franz, der ihn gerufen hatte, warf ihm raſch den Mantel um die Schultern und ſetzte ihm ſeinen Hut aufs Haupt, dann den Arm Linas in den Geeraerts legend, ſprach er leiſe zu ihm:

Geht ruhig und muthig durch das Volk und in den Buſch hinter dem zweiten Schnellgalgen!

Als er ſah, daß Lina ſeinem Befehle gehorchte und