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Band 1 (1846) Band 1
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fallen. Da rief der Knecht, während ſchon ein Murmeln von ſchlimmer Vorbedeutung durch das Volk lief:

Schnell, Meiſter, ſchnell!

Wit all dem Muthe, aller der Kraft, die ihm noch übrig geblieben, erhob Geeraert das Schwert über dem Haupte des Verurtheilten, mit dem feſten Vorſatz, wacker zuzuſchlagen. Der Unglückliche wußte nicht, wo er ſich befand, was er that, noch was er dachte; ganz verloren in Scham und Schrecken, hatte ihn eine Wuth ergriffen, die ihn zu einem Schlage ausholen ließ, wie nie einer auf dem Schaffot geführt worden; aber im ſel⸗ ben Augenblick wandte der Verurtheilte den Kopf und ſtieß einen jämmerlichen Schrei aus, als er das drohende Schwert ſah. Da verlor Geeraert all' ſeinen Muth wieder und er ließ das Schwert auf Harmens Leib fallen, aber ſo ohne Kraft, daß es ihn nicht verwundete.

Der Verbrecher, der bei dem Fallen des Schwertes einen eiskalten Schauer über den Leib laufen fühlte, ſprang plötzlich empor und ſeine Arme nach dem Volke ausſtreckend, rief er um Hülfe, weil man ihn muthwillig martere..

Und nichts hielt mehr die Wuth des Volkes zurück. Schlagt ihn todt! ſchlagt ihn todt, den Menſchenquäler! war Alles, was man hörte. Steine flogen um Geeraerts Haupt, doch nur in geringer Menge, denn es waren nur wenig auf dem Galgenfelde zu finden.

Der verſtummte Jüngling trat vorne an das Schaffot, kreuzte die Arme übereinander und ſich äls Märthrer hinſtel⸗ lend, der ſterben will, rief er mit kräftiger Stimme:

Da, wirf mich todt, blutdürſtiges Volk!

Der Erzähler. 1846. 1. 19