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Band 1 (1846) Band 1
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theilte ſei. Glücklicher Weiſe hatte der Vater ihm gerathen, ſich das Haar abſchneiden zu laſſen, ſonſt hätte das Volk ihn jetzt ſchon verhöhnt und verſpottet. Geeraert beſtieg das Schaf⸗ fot, ohne es zu wiſſen und war ſo ſehr im Geiſte abweſend, daß er nichts ſah, auch Lina nicht, obwohl ſie ihm mehre⸗ mal durch ihren Bruder Zeichen geben ließ.

Die Henkersknechte wollten den Verurtheilten von dem Karren auf das Schaffot führen, aber dieſer gab vor, er habe ſeine Beichte noch nicht geendet, und daß er nun erſt ſein Ge⸗ wiſſen ganz reinigen möchte, da er wohl ſehe, daß es keine Be⸗ gnadigung mehr für ihn gebe. Vielleicht hoffte er in der Dun⸗ kelheit ſeine Freiheit erlangen zu können; denn ſchon konnten die, welche etwas ferne vom Schaffote ſtanden, daſſelbe nicht mehr wohl ſehen. Das Volk fürchtend, daß die Dunkelheit ihm das ſchöne Schauſpiel entziehen möchte, begann laut die Vollziehung des Urtheils zu fordern. Da brachte man den Verurtheilten mit Gewalt auf das Schaffot und hieß ihn niederknieen. Der Knecht des Scharfrichters entblößte den Hals des Verurtheilten und deutete mit einem bezeichnenden Blicke darauf, als wollte er ſagen:Meiſter, ſchlaget hierher!

Beim Anblick des nackten Fleiſches, in das er ſchlagen ſollte, erwachte Geeraert aus ſeinem dumpfen Traume. Seine Glieder begannen zu zittern, daß das Schaffot davon erbebte und das Schwert fiel ihm aus der Hand. Der Knecht raffte den Mordſtahl wieder auf und gab ihn ſeinem Meiſter zurück, der ihn krampfhaft in der Hand bewegte.

Die rothe Ruthe des Halsgerichtsbeamten gab das Zeichen, aber Geeraert hörte weder ſeine Stimme, noch ſah er die Ruthe