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Band 1 (1846) Band 1
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Man hätte glauben ſollen ein ſtarker Geiſt ſei über Geeraert gekommen, aber dem war nicht ſo. Geeraert betrog ſich ſelbſt und ſeinen Vater und ſeine Worte waren nur der Aus⸗ fluß eines augenblicklichen Wahnwitzes, der ihn befangen hatte, als er ſich zwiſchen zwei Beſchlüſſen zu wählen gezwungen ſah, die ihm gleich ſchrecklich waren. Schon ſeine Haltung zeigte, daß nicht der Muth aus ihm ſprach, denn er zitterte am gan⸗ zen Leibe und als er zu ſeinem Vater ſagte:Weine nicht! floßen ihm die Thränen über die Wangen.

A.

Es war ſechs Uhr des Abends, als der Schiffer Harmen hingerichtet werden ſollte.

Lange zuvor ſchon ſah man zahlreiche Volkshaufen aus dem St. Georgsthore dem Galgenfeld zuſtrömen, um dem ſchreck⸗ lichen Schauſpiele anzuwohnen. Nichts lockt das Volk mehr an als die Hoffnung, einen Kopf grinſend von dem Schaffot rollen ſehen zu können, während das bergoſſene Blut den Bo⸗ den röthet. Schauerliches Vergnügen! ſchreckliche Neugier, die ſich an der Hinrichtung eines Menſchen ergbtzt.

Das Galgenfeld ſelbſt war gedrängt voll mit Menſchen, Frauen von allen Ständen und Altersklaſſen befanden ſich da mit ihren Kindern, und der alte Greis, der ſonſt nie aus der Ecke ſeines Zimmers herausgekommen, hatte die letzten Kräfte angeſtrengt, um ſeine lahmen Glieder unter das Schaffot zu ſchleppen und dem blutigen Schauſpiele einer Hinrichtung an⸗ zuwohnen. Schäckernd und lachend wartete die Menge, wäh⸗ rend Galgen und Räder über ihren Köpfen prunkten.