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Band 1 (1846) Band 1
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Muth, eröffne mir Dein Herz; vielleicht werden meine Worte Dir einigen Troſt geben. Du ſitzſt ſchon ſo lange da, ohne zu ſprechen!

Geeraert drückte zitternd die Hand ſeines Vaters. Er hörte an ſeinem Tone, daß das Schweigen ihn ſchmerzte. Mit dumpfer Stimme antwortete er ihm:

Mein Vater, ich meſſe den Abſtand, der mich von der ewigen Schande trennt. Noch vier Stunden und meine Hände rauchen vom Blute meines Nächſten. O ſchreckliche Gewißheit! Dann iſt der Weg des Lebens unwiderruflich hinter mir ge⸗ ſchloſſen. Es gibt keinen Rückweg mehr, ich muß fortſchreiten, ohne umzuſehen, auf der Bahn der Schande und Verachtung

und wenn ein mitleidiger Menſch eine Frau, o Lina, Lina! wenn ein Menſch mir ſeine Hand reicht, darf ich ihm mit der meinigen nicht danken! Vater, ich kann es

nicht ausdrücken, was ich fühle, meine Sinne vergehen mir. Dieſe Nacht hab' ich die Hand nach dem Meſſer ausgeſtreckt, das mich tödten ſollte! aber ich glaubte Deine Hand zu ſehen, die mich davon zurückhielt. Während dieſer Worte liefen die Thränen über die Wan⸗ gen des alten Scharfrichters. Mit bittender Stimme rief er: Mein Sohn, denk' an meine Krankheit und was ich leiden muß bei Deinen Worten. Weißt Du wohl, Geeraert, daß Du mir Deinen gewiſſen Tod ankündigſt? Und daß Du mir ſagſt: Dieſen Abend wird mein Leichnam von dem raſenden Volke in Stücke gehauen und Du, mein Vater, wirſt meine zerſtreuten Glieder auf dem Galgenfeld nicht mehr finden können; denn meine Leiche wird das Volk mit den Füßen zer⸗