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Um zehn Uhr hatte ſich das Volk bei der Liebfrauenkirche verſammelt, um die Pfingſtprozeſſion beginnen zu ſehen: mit entblößtem Haupte ſahen ſie die prächtigen Fahnen und reichen Standarten vorüber tragen, bis das Allerheiligſte nahte: da breiteten ſie alle ihre Tücher über die Steine des Marktes und knieten betend nieder. Während das glänzende Gold an den Gewändern und Stolen den Prieſter in den Augen des Volkes zum Heiligen erhob, vermehrte ein Geſang von ſchweren Män⸗ nerſtimmen die Rührung und in dieſem Augenblick war keiner unter der Menge, deſſen Geiſt ſich nicht in die Wohnung Got⸗ tes geträumt hätte.
Unmittelbar nach der Prozeſſton folgten die Mitglieder der ſechs Gilden: zuerſt die Brüder der Fechtergilde, dann die der Kolveniere, dann die jungen und alten Armbruſtſchützen, alle in glänzendem Anzug und mit blinkenden Waffen.— Als dieſe vorüber waren, kam plötzlich eine große Bewegung unter das Volk; jeder ſuchte ſich größer zu machen und ſeinen Kopf über den des Andern zu erheben; man ſtieg auf Fenſter und Eckſteine und ein allgemeines Händeklatſchen bezeugte die Freude der Menge.
„Der Umgang!— Da iſt der Umgang!“
Ihn eröffnete ein ungeſtalteter Fiſch, in gemaltem Waſſer ſchwimmend, der ſich langſam durch die gaffenden Zuſchauer auf dem Groote⸗Markte drängte. Auf dem Rücken ſaß ihm ein Kupido, auf deſſen Wink ſich die beiden Waſſerbrunnen über die neu⸗ gierige Menge zu großer Beluſtigung ergoßen.
Auf den Wallfiſch folgte der Rieſe Druon⸗Antigon, der Kopf und Augen fürchterlich verdrehte, und in die Dachfenſter


