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Iſt das die Ruhe, die Dich zum Grabe bringt? Sind es die Thränen der Ruhe und des Friedens, womit Du ſeit zwanzig Jahren das Haupt Deines Sohnes befeuchtet? O! verbirg mir die Schrecken meines Schickſales nicht: Du haſt den Muth gehabt, es ſo lange zu tragen, aber ich, Vater, ich fühle mich nicht ſo ſtark.... und doch, ſterben iſt ſterben: wenn der Tod uns morgen zugleich trifft, ſo werden unſere Seelen gleich frei und heiter zum Richterſtuhl des Herrn aufſteigen, um dort erſt glücklich zu werden.“
Der alte Scharfrichter hörte mit inniger Freude, daß ein Strahl von Hoffnung ſich in die Bruſt ſeines Sohnes ſenkte; er vermuthete es wenigſtens aus ſeinen Worten, und um ihn zu bewegen, ſich zur Ruhe zu begeben, ſagte er:
„Das lange Sprechen hat mich ſehr ermüdet: ich will Dir noch einen Rath geben.— Wenn Du morgen auf das Schaffot ſteigſt, ſo betrachte nicht das Volk; denn all' die Augen, aus welchen nur blutſüchtige Neugier ſpricht, würden Dich beſtürzt und beben machen. Stelle Dir vor, Du ſeieſt allein mit dem Verurtheilten auf dem Schaffot und nehme die Art des Schlages wohl in Acht; denn wenn Du das Opfer nicht mit einem Schlage tödteſt, werden tauſend Stimmen ſich gegen Dich erheben— und ich werde Dich nicht lebend wieder⸗ ſehen. Ich will Gott bitten, daß er Dir aus Mitleiden die Kraft gebe, das ſchreckliche Werk zu vollbringen.— Geh', mein Sohn, mein Segen über Dich!“
Geeraert wollte in Klagen ausbrechen, doch er ſah, daß ſein Vater Thränen aus ſeinen Augen wiſchte und beſchloß, ſeinen Schmerz nicht zu vergrößern. Er wollte ſagen:„O! ich


