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Blüthe verliebt. Eines Silberdieners Tochter— ſte hieß Ahgneſe— war ſeiner Neigung, ſeiner flammenden Zärtlichkeit Ziel geworden. Da aber zielen und treffen zweierlei, ſo hat dazumal Thaddä allerdings nach dem Ziele gezielt, aber es nicht getroffen.— Sie ſind mir zu klein; antwortete ihm und ſeinen Werbern beharrlich die Silberdienertochter, und blieb hartnäckig bei ihrer erſten grünen Liebe zu dem unvergleich⸗ lichen Büchſenſpanner.— Sie kannte Fingerlin's Herz nicht!
Sie kannte aber auch nicht ſeinen Zorn und die Wirkun⸗ gen deſſelben. Der Hofzwerg, der nicht leiden mochte, daß der Büchſenſpanner mit ſeinem impertinenten Geſicht gleichſam wie der bittre, Fleiſch gewordene Hohn an ihm täglich vorüber ging, und daß die Frau Büchſenſpannerin, um den Sthl der Hofdienerſchaft zu gebrauchen, eine gewiſſe Rolle in Kammer und Garderobe ſpielte, löſchte dem Paar die herzogliche Gna⸗ denſonne aus, die bis dahin es beſchienen, zeigte dem Gebieter in einer der böſen Stunden, die ihm häufiger wurden als die guten, einige Veruntreuungen des Mosje Henri an; und der zornige Herr, der ohnehin verheirathete Diener in ſeinem Schloſſe nicht gerne leiden mochte, verbannte den langen im⸗ pertinenten Schlingel ſammt Frau und Zubehör auf eine alte, in Trümmer fallende Veſte, ſechs Meilen von der Reſidenz, um dort, ihm zur Strafe und Andern zum warnenden Bei⸗ ſpiel als Forſtwart zu leben und zu ſterben. Groß war der Jammer des Ehepärchens, aber gegen den Willen des Herrn war nicht anzukämpfen, und der Zwerg behielt das Feld. Er wußte nicht einmal, wie umfaſſend ſeine Rache ſich geltend machen würde.


