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Band 1 (1846) Band 1
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Der Hofzwerg alſo ſagte ſich ganz einfach: War ich nicht der Vertraute und die rechte Hand meines höchſtſeligen Herrn, des Herzogs Nikolaus? Wird der neut Herzog Julius anſtehen, meine Perſon für ſeinen Hofſtaat zu gewinnen? Wenn auch das andere Dienervolk dem Dutzend nach von Hof und Reſi⸗ denz wird wandern müſſen, kein Zweifel, daß ich im Amt verbleibe, denn eine Rarität wie ich wird nicht mehr gefunden.

Das letztere, das Sprüchlein von derRarität, hatte ſeine Richtigkeit. Thaddäus Fingerlin hätte mit dem berühm⸗ ten Bébé ſehr glücklich um die Palme ringen dürfen. Noch um ein paar Linien kleiner, zierlicher gebaut, als jener, beſaß Thaddäus die hochſt mögliche Vollkommenheit und Anmuth einer Zwergnatur aus einem Guß. Dem Ebenmaß ſeines Kör⸗ pers ſtand die Entwickelung ſeines Verſtandes recht artig zur Seite. Sein fürſtlicher Gönner hatte ihm allerlei Unterricht geben laſſen, hatte ihn mit mehr Sorgfalt erzogen, als ſeinen beſten Jagdhund. Die Sorge fand Erwiederung in der Dank⸗ barkeit des Pfleglings; deſſen Anhänglichkeit rührte gewiſſer⸗ maßen den hohen Pfleger, der nicht viel von Freundſchaft er⸗ fahren, weil wenig geſchickt, ſich Freunde zu machen. So hatte er denn eines Tags dem Hofzwerg ſein volles Vertrauen zuge⸗

wendet und der Zwerg daſſelbe angenommen die Laſt war größer als der Vortheil und beide Theile befanden ſich

dabei nach Umſtänden gut. Der Fürſt war nicht völlig ver⸗ einzelt; Fingerlins Ehrgeiz war befriedigt. Denn aus dem geringen Leibe ſtrebte rieſengroß der nach Hohem verlangende Geiſt gen Himmel.