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Band 1 (1847) Band 1
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Feigling ſein könnte. Dann überzog ein ſtolzes Lächeln ihre Züge. Benito, von der Nähe der Geliebten wie verzückt, kappte die Bremſe, und gab ſich ſomit ohne Zaum und Zügel dem unbändigſten aller Roſſe preis. Des Bozals ledig, der ſeine MNiüſtern gepreßt, athmete Endemoniado mit Geräuſch die freie Luft, ſchüttelte die goldene Mähne, und eilte dem verhängniß⸗ vollen Baum zu, mit ſolchem Ungeſtüm, daß niemand zweifelte, er werde ſich ſammt dem Reiter zerſchellen. Dieſer ſchien mit⸗ hin unrettbar verloren. Schon war Endemoniado nur wenige Schritte noch vom Stamm entfernt, als eben ſo plötzlich wie unverſehens Benito ſeinen breitkrempigen Hut vom Kopf riß, und juſt, da das Roß zum letzten entſcheidenden Sprung ſich hob, ihm denſelben vor Augen hielt, ſo daß es voll Schrecken zurückprallte. Jetzt hatten wir ein ſelſames Schauſpiel vor Augen: der Reiter, der das ungebändigte Pferd ohne Zügel lenkte, indem er, den Hut als Scheuleder benutzend, das rechte bald und bald das linke Auge blendete. So mußte Endemo⸗ niado wuthſchnaubend vor Maria Antonia vorüberſprengen, die ihres Ritters glückliche Keckheit mit einem Lächeln lohnte. Ein ſtolzer Ausdruck verklärte Benito's männlich ſchöne Züge, leuch⸗ tete auf der von wehenden Locken umwallten Stirn, und die Wahl der Schönen ſchien mehr als gerechtfertigt. Nun ver⸗ änderte Benito die Richtung ſeines ſchnaubenden Roſſes und eilte in ſtrengem Lauf dem Walde zu. Wir ſahen ihn wie ein ſchwankes Rohr auf dem Sattel von dannen fliegen und verloren ihn bald aus den Augen; einige Reiter wollten ihm folgen, aber die Haſt ſeines windſchnellen Laufes ließ ſie bald vom eitelſten aller Verſuche abſtehen.