Antonia rührte ſich nicht; doch ihre ſchwarzen Augen, weit⸗ aufgeriſſen, ſtarrten aus einem todesbleichen Angeſicht, und der ſtürmiſch wogende Buſen verrieth die innere Aufregung. Don Ramon ſelber ſchien etwas beängſtigt, und ich hoffte ei⸗ nen Augenblick, er würde die Erlaubniß zu einer Wagniß zurückziehen, deren trauriger Ausgang ſchier nicht zweifelhaft ſein konnte. Ich täuſchte mich hierin. Als Benito ſeine Spo⸗ ren angeſchnallt, wurden Endemoniado's Füße aus den hal⸗ tenden Schlingen entlaſſen und ihm dafür das Leder vor die Augen gebunden. Aber die Blendung und die Bremſe reich⸗ ten nicht hin; das wüthende Thier ließ ſich nicht beſteigen. Es mußte auf die Kniee niedergeduckt werden, zwei Vaqueros hielten es mit den Zähnen feſt; nur einen Augenblick zwar, doch lang genug für Benito, in den Sattel zu ſpringen und: los! zu rufen.
Die beiden Vaqueros flogen zur Seite, Endemoniado ſchnellte mit furchtbarer Gewalt empor. Doch dank der Augenbinde blieb er bebend ſtehen. Benito machte ſich im Nu vollends ſattelfeſt und riß, vorgebeugt, die Binde weg.
Jetzt begann zwiſchen-Mann und Roß ein wahrhaft be⸗ wundernswerther Wettſtreit. Geblendet von der plötzlichen Helle ſchüttelte das feurige Thier die verwirrte Mähne, ließ ein furchtbares Gewieher vernehmen, und ſprang in verſchiedenen Sätzen, ſich beinahe zuſammenrollend, nach allen vier Weltge⸗ genden hin, wie um den Wind zu nehmen. Unerſchüttert von den ungeſtümen Bewegungen, hielt ſich Benito noch ruhig, und ſtieß mit dem Fuß das ſchnappende Maul zurück, deſſen Zähne ihn zu faſſen und zu zerfleiſchen meinten. In dieſer Hoffnung


