e Gott⸗
en Weg.
damals utzutage die neue Berges nStaub⸗ tgelehnt or“ und zu Mai⸗ gilünder
lgen wir und uns
hohen die boloſ⸗ grinen
Von Alfted Hartmann. 229
Matten an, auf denen das Oemd ſich an der warmen Septemberſonne trocknete und kaum minder aromatiſch duftete als Mandarinenthee. Wir erreichen eine klappernde Sägemühle. Von hier an wandern wir dem Schächenbach entlang, der aus den wilden Eisſchluchten des Scheerhorns und Claridengrats herunterbraust.— Es iſt ein ſtolzer, wilder Burſche dieſer Schächenbach! Selbſt in dieſer waſſerarmen Spätſommerzeit ſchäumte eine Fülle grünlichweißer Gletſchermilch in ſeinem felſigen Bette. Leckt erſt im Frühling ein lauer Föhnwind die jähen Halden zu beiden Seiten des Schächenthals, ſo iſt ſich nicht zu verwundern, daß der Geſelle zu einem un⸗ bändigen, alles niederwerfenden und zerſtörenden Berſerker heranwächst, der einſt in ſeiner blinden Wuth ſelbſt den alten Vater Tell in ſeinem trüben Giſchte begrub. Leiſe ſprach ich für mich Uhlands ſchönes Lied:
„Wär' ich ein Sohn der Berge, ein Hirt am ew'gen Schnee,
„Wär' ich ein kecker Ferge auf Uri's grünem See—“ aber das Rauſchen und Donnern des wilden Baches, der an uns vorbei⸗ brauste, überbrüllte wie in wildem Ingrimm die Worte des Dichters.
Man ſpürt ſchon einen italieniſchen Hauch in der Luft, die hier um Altvorf herum weht. Das Blau des Himmels, das Grün der Bäume, das Goldgelb der Sonnenſtrahlen ſcheint hier in wärmeren Tönen aufgetragen als jenſeits des Sees. Zwiſchen den Felsblöcken am Ufer des Schächen entdeckte unſer junger Gefährte eine üppig wuchernde Pflanze mit dunklen, ſaftigen Stengeln und Blättern und großen, goldgelben Lippenblüthen, un⸗ verkennbar ein ultramontanes Unkraut, ein Einwanderer aus dem Lande, wo die Citronen blühen. Nach einem halbſtündigen Marſch ſahen wir aus einem üppigen Obſtwald einen Hügel hervorragen, gekrönt von einem alten epheuumſchlungenen Thurm; zu deſſen Fuße ſtand einerſeits ein beſchei⸗ denes Kirchlein, andrerſeits ein hoffährtiges, hellgetünchtes Haus mit Bal⸗ kon und vielen glitzernden Fenſtern. Im Obſtwalde halb verborgen lagen rothbraune Holzhäuſer mit ſilbergrauen Schindeldächern. Das war Bürglen, wo der Tell daheim!
Den alten Thurm im grünen Epheukleide bewohnten einſt die Meier unſerer lieben Frau in Zürich, welcher ein großer Theil des Landes Uri zinspflichtig war. Wo jetzt die Kapelle zu ſehen, da ſoll einſt Tells Haus geſtunden haben, wohl kaum mit einem Hofthor verſehen, wie es der Dichter vorausſetzt, da zur beſcheidenen Hütte des Jägers wohl eher ein Gärtchen paßte, als weitläufige Wirthſchaftsräume. Der Doctor verſuchte die Kapellen⸗


