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Schilderungen aus Spanien. Von F. W. Hackländer.
II. Ein Ritt nach Andaluſien. (Schluß.)
Für mich war es höchſt intereſſant, als wir nun an großen Oliven⸗ pflanzungen vorbeikamen, wo gerade die Ernte gehalten wurde. Ich be⸗ merkte, daß dies hier auf die gleiche Weiſe vor ſich ging, wie ich es häufig in Italien geſehen. Auch hier lagen um den Stamm herum große Tücher von grauer Leinwand, und Männer waren beſchäftigt, mit langen Stangen die Früchte abzuſchlagen, während kleine Burſche und Mädchen überall an den Zweigen hingen und die ſchönſten Oliven in Körbchen pflückten. Als es ſpäter wurde und wir in die Nähe des Städtchens Almagro, des Zieles unſeres heutigen Marſches, kamen, geriethen wir in zahlreiche Haufen dieſer
nun nach Hauſe zurückkehrenden Arbeiter. Viele ſaßen auf Pferden und
Eſeln und erinnerten mich in ihrem Coſtüm an die Bauern und Beduinen bei Beiruth und Java. An den nackten Füßen hatten ſie Sandalen, dar⸗ über eine kurze Hoſe von Leinwand, eine Blouſe von gleichem Stoff, und über Alles das fiel ein breiter, langer Mantel herab, oftmals weiß und braun geſtreift und von gleichem Schnitt, wie ihn die Söhne der Wüſte tragen. Auch das flatternde Kopftuch fehlte nicht, hier ein loſe umgewunde⸗ nes Taſchentuch, gelb und roth, und um die Täuſchung vollſtändig zu machen, trugen die meiſten Männer auf der Schulter die langen Stangen, welche ſie zum Olivenabſchlagen benutzt, in derſelben Haltung, wie der Beduine die Lanze. Weiber und Kinder waren nicht weniger maleriſch bekleidet, und die erſteren trugen häufig einen Anzug, der in der That unbeſchreiblich iſt; über ein kurzes Röckchen hing die lange, farbige Manta herab, deren Ende über den Kopf geſchlungen war, was den Figuren etwas Unbeſtimmtes,


