den
blatt inge, üter wen⸗ tich rin⸗ Wen ufiln übet Nauer euzen, ebens⸗ äuften fort. Ricken Wie 8 inalter .— weißen welche ind in ragen⸗ ürchtet
—
hinter ſchin⸗ en, in nwi⸗ te be⸗ u dus Er
Von Emma Niendorf. 243
meidet ja jede lebendige Kreatur, geht nur mit den Todten um.„Das ſind meine Kinder, die ich warten und hüten muß,“ ſpricht er. Ich glaube aber auch, es nähme kein Hund ein Stück Brod von dem unheimlichen Mann und kein Vogel ſetzt ſich ihm auf die Hand. Die Kinder laufen alle davon und verſtecken ſich vor ihm.“—„Er dauert mich ſo, Nachbarin. Mir erſcheint er immer wie ein müder, müder und kranker Menſch, wenn ich zu ihm komme in Geſchäften oder ſonſt auf den Kirchhof. Nur ſieht er immer unter ſich beim Reden. Am freundlichſten wird er, wenn man ihn nach ſeiner Geſundheit fragt.“—„Ja, die iſt ſein größter Kummer, obſchon er kreuzwohl iſt. Er will nicht fort, Lene. Unter uns, man munkelt allerlei davon. Die Einen wollen wiſſen, daß er ſchon einmal geſtorben war; die Andern, daß er einer vornehmen Leiche, einer wunderſchönen Gräfin, ihren koſtbaren Trauring vom Finger gezogen hat. Es läßt ihm nicht Ruhe Tag und Nacht.“—„Frau Kraus, ich muß heim, es wird ſpät, morgen früh bin ich wieder da.“—
Sie verabſchiedeten ſich, und die Näherin wandelte noch eine Strecke längs der Mauer, um auf den Friedhof hinzuſchauen, der nun einmal ihr Lieblingsſpaziergang war. Aus überhängenden Zweigen fiel ein Regen von Blüthen auf den Raſen herab, leiſe, Flöckchen um Flöckchen, als wollten ſie liebevoll die Gräber einſchneien über Nacht mit den weißen duftigen Blätt⸗ lein. Lene blieb ſtehen, ein graues Kreuz zu betrachten, das im hohen Graſe halb verſunken war. Dann wandte ſie ſich langſam, um den ſchmalen Pfad zu ihrer eignen Herberge einzuſchlagen. An der Ecke ſprangen einige kleine Mädchen auf ſie zu, ihr die Hand hinzubieten, andere Kinder lugten ihr neu⸗ gierig nach. Wegen ihres ſtillen, eingezogenen Weſens, und beſonders weil man ſie häufig auf dem Gottesacker ſah, oder bei Siechen und Sterbenden, zu denen ſie entweder durch ihr Mitleid ſelbſt geführt, oder gerufen ward, ihre ſanfte Hülfleiſtung zu bringen, hieß ſie in dieſem Vorſtadtbezirk überall „das Käuzlein“, und es hing ihr, wenigſtens in den Augen der Jüngern, faſt etwas Geheimnißvolles an.
Die Näherin wohnte unter dem Dache. Blendend ſchien der Mond in die weißen friedlichen Wände des Kämmerleins. Sie zündete aber doch ihre Lampe an, um die Kommode aufzuſchließen und verſchiedene neugefertigte zierliche Gegenſtände herauszukramen. Sie waren von einer glücklichen Mutter beſtellt, eine ganze Ausſteuer in Puppenform, welche den kleinen Gaſt auf Erden erwarten ſollte; das alles breitete Lene umher. Es lag 166


