476 Ein deutſcher Mann unter den Wilden Südamerifa's.
Früchte aufhegen mußte, und die Ernte der Gemeinde von den Aeckern, welche zum Unterhalte der Alten und Kranken beſtimmt war. Wöchentlich nahm jeder ſo viel aus dieſem Hauſe, als er für ſeine Familie bedurfte. Dieſe Anſtalt wurde darum eingeführt, weil der unmäßige Indier gerne gleich vergeudet, was ihm doch für die Zukunft nöthig iſt; und weil er, hätten wir für ſeine kommenden Tage nicht geſorgt, dann aus Mangel an Nahrung in ſeine Wälder zurückgeeilt wäre.“
Paule hatte ein Waffenmagazin. Während der achtzehn Jahre, daß er Miſſionär in St. Laver war, ſind die von ihm gezähmten Indianer nicht weniger als 35 mal theils allein, theils mit den Spaniern gemeinſchaftlich ausgerückt, um die wilden Indianer zu bekämpfen und zu verfolgen. Pauke ſelbſt iſt zehnmal mit ihnen ausgezogen. Die Spanier ſuchten bei ihm Hülfe, und er leiſtete ſie allemal. Die Wilden plünderten die Karawanen, welche nach und von Peru kamen. Pauke wurde aufgefordert, gegen Bezah⸗ lung mit ſeinen Mokobis die Reiſenden zu ſchützen. Er gab fortan den Karawanen eine Bedeckung und ſie waren ſicher. Er führte ſeine Leute wie ein kluger und tapferer General; ſein Ruf als ſolcher verbreitete ſich weit umher. Pater Lohmann aus Oeſterreich wendete ſich an ihn, um 400 wilde Abiponer, welche die Miſſion St. Hieronymus bedrängten, von dort zu ver⸗ treiben, und es gelang ihm. An der Spitze von 270 Mann zog er aus und vor ihm wich der Feind zurück, ohne ſich mit ihm meſſen zu wollen. Es fehlte ihm an Salz. Er ging um einen Salzſee aufzuſuchen. Unterwegs ſtürzte ein Tiger auf ihn ein, den er glücklich erlegte. Auf der Heimreiſe wird er im tiefen Wald mit einem Pfeilregen begrüßt und an der Hand verwundet. Aber er brachte Salz nach St. Taver, und zog dann gegen die⸗ ſelben Indianer, welche ihn überfallen hatten. Nach einſtündigem Gefecht blieb er Herr der Wahlſtatt, die mit 72 Todten bedeckt war. Seine Moko⸗ bis ließen es ſich freilich nicht nehmen, nach altem Landesbrauch einigen Feinden die Köpfe vom Rumpfe zu trennen, allen Erſchlagenen Naſen und Ohren abzuſchneiden und daraus Halsgehänge für die Pferde zu machen. Sechs und vierzig gefangene Kinder nahm Pauke zu ſich und pflegte ſie mit Liebe und väterlicher Sorgfalt. Er mußte aber erleben, daß Ohari,„ein alter Mann, ein ſonſt andächtiger und guter Chriſt, aus Ingrimm über die Feinde, zur alten Gewohnheit ſich zurückverlor, gebratenes Menſchenfleiſch zu eſſen. Das erfüllte mich mit Abſcheu.“ Seitdem wagte ſich kein Feind mehr an die Reduction St. Laver, während die Stadt Santa Fé von den


