Von Hermann Emmerich. 471
wohnte Trinken und den Wein. Ja, wenn der Wein etwas Böſes wäre! Ihr trinkt ngebung auch, wenn ihr Meſſe haltet. Soll das nicht gut ſein, wenn Jeſu Frito ater iſt(d. h. Chriſtus) im Wein iſt?“ Seitdem Immer waren es die Spanier, welche Unkraut in den Weizen ſäeten. Dem Häuptling Cithaalin hatten ſie geſagt: Wenn er nur ſein Volk im Schürze Zaume halte, ſo könne er im Uebrigen einen beliebigen Lebenswandel beſuchten führen, und brauche ſich von den Geiſtlichen nichts vorſchreiben zu laſſen; nommen, er ſei Kazike und ſolle es bleiben. Endlich brachte Pauke es dahin, daß der Dieſem Kommandant von Santa Fes ſeinen Spaniern unterſagte, ohne Erlaubniß rwachen der Miſſionäre die Reduction zu betreten. Von da an waren auch die In⸗ Getrinke dianer gegen Uebervortheilungen bei Kauf und Verkauf geſichert; auch ſollte zu he⸗ kein Angehöriger der Anſiedelung ohne Erlaubnißſchein ſich in Santa Fé
blicken laſſen. Statt der berauſchenden Getränke gewannen nach und nach manche dem Paraguaythee Geſchmack ab. Es ward feſtgeſetzt, daß jeder, der am Abend zur Kirche komme, von dieſem Kraut etwas erhielt. Dann ging
Getöſe
en dann
Pauke weiter. Als ſie des Thees nicht mehr entbehren konnten, verlangte zu, um er, daß jeder, der denſelben trinken wolle, auch arbeiten müſſe, um die u mug theure Waare zu verdienen. Cithaalin ſollte mit ſeinen Leuten Ackerbau gen⸗ treiben. Er ſtellte ſich mit zwanzig Reitern auf dem Feld ein. Pauke nahm Ros⸗ den von ihm ſelber verfertigten Pflug und ackerte einige Furchen; dann infüuß, forderte er die Wilden auf, ihm nachzuahmen. Sie aber entgegneten:„Du machſt es recht gut, Pater, arbeite du nur zu.“ Am Ende brachte er ſie 8. doch zum Pflügen. An demſelben Tage mußte er Seife ſieden und Kerzen S ziehen.„Dieſe Beſchäftigungen ſagten mir aber doch nicht recht zu. Manch⸗ chiſten mal warf ich mich unter einen Baum, deſſen Schatten Zeuge meiner ſtillen „ Thränen wurde. Ich ſehnte mich als Prediger aufzutreten und mußte nun 4 6 den Haushälter machen. Doch bald legte ſich dieſer Sturm in meiner Seele, Win⸗ und ich beruhigte mich mit dem Gedanken, daß ich auch ſo für das Wohl ſö ⸗ der Menſchen arbeite.“
Labik. Es gelang die Vielweiberei abzuſchaffen und eine Art von Gemeinde⸗ mi 7 † verwaltung einzuführen. Der Kazike Aletin erhielt den Titel Hauptmann bt wor⸗ und einen Amtsſtab. Beides wurde anderen Häuptlingen ſo lange vorent⸗ iſſonir halten als ſie tranken und nicht arbeiteten. Vier Kaziken waren ſchon ſteuern⸗ getauft; nach und nach folgten ihre Stammesangehörigen dem Beiſpiele lgelage und gaben das wilde Leben auf. Neunhundert Menſchen waren in der ſire en Reduction anſäßig. Unter den Frauen war vielleicht keine einzige, die nicht n da


