Jahrgang 
1855
Einzelbild herunterladen

Fratzn⸗ affen hat. n gerecht, reich und zut Zeit az hatte daß et in mot ſtirbt eine Zeit

unwider⸗

Deſſoir Mitteln ſchtauben der ein⸗ odelmann unerſet⸗ Deſſoir auſpiel⸗ leugnen, ſind wie Hat man n Sta⸗ rau Crl⸗ naushalt⸗ ntendan die dfir Viereh eutendſte, ft ic⸗ owood chem in⸗ , immer hen, in ſelung⸗ in allen

Von Adolf Stahr. 459

Uebergängen durchaus unvermittelter Mimik, nur da gut, wo die Schau⸗ ſpielerin eben keine Rolle zu ſpielen, ſondern nur Lina Fuhr zu ſein braucht, wie in der Birch⸗Pfeiffer ſchenWaiſe; ohne Fähigkeit zu individualiſiren und dadurch alsBlumenmädchen im Fechter von Ravenna nicht weſent⸗ lich verſchieden von ihrerLeonore in Schillers Fiesko, welche Rolle man von Frau Hoppé ſonſt ſo vortrefflich dargeſtellt ſah.

Fräulein Hartmann hat Talent, aber ſie iſt ohne Energie den ſtören⸗ den Fehler ihres Organs, das Lispeln, zu überwinden. Die Helden und Liebhaber des Herrn Hendrichs werden mehr und mehr fett und ſchwer⸗ fällig, wie er ſelbſt, und Herr Liedtkes zunehmende Kränklichkeit beein⸗ trächtigt ſeit einiger Zeit weſentlich die Leiſtungen und das Feuer dieſes ſonſt mit Recht beliebten Künſtlers. Von Herrn und Frau von Lavallade iſt am Beſten gar nicht zu reden, und der jüngere Nachwuchs, unter dem ſich etwa die Herren Hiltl, Berndal und Commertz nennen laſſen, wird namentlich die beiden letztern zu wenig beſchäftigt, weil die alten Herren an ihren Rollenprivilegien zäh feſthalten. Es liegt eine gewiſſe bleierne Müdigkeit, eine ſchablonenhafte Amtsmäßigkeit auf dem Spiel der meiſten Darſteller, und der kauſtiſche Witz des ſcharfblickenden Koſſack, des brillan⸗ teſten aller Berliner Feuilletoniſten, hatte nicht Unrecht, wenn er neulich bei Gelegenheit der Aufführung von Shakeſpeares Heinrich IV. in ſeiner ironiſchen Weiſe bemerkte: Das Enſemble jener Harmonie, welche aus dem Behaben der meiſten ſich ewig gleichbleibenden Perſönlichkeiten unſerer Darſteller hervorgehen, werde weſentlich geſtört, wenn eine derſelben, wie Döring, mit ſeiner Rolle wirklich Ernſt mache, und mehr von ihr zur Er⸗ ſcheinung bringe, als die Kleidermaske und den Hängewanſt des edlen Rit⸗ ters Sir John Falſtaff. Das Publikum endlich übt keine erziehende Macht mehr. Es iſt ſelbſt nicht mehr das alte, der Begriff eines Theater⸗ publikums, des Parterres der guten alten Berliner Zeit iſt abhanden ge⸗ kommen. Das liegt zum Theil auch an äußerlichen Urſachen und Bedingun⸗ gen. Das Theater, ſchon von vorn herein nicht groß genug für eine Stadt wie Berlin, iſt jetzt ſeit den letzten fünfzehn Jahren vollends viel zu klein geworden für die rieſig angewachſene Stadt nicht nur, ſondern auch für die ſteigende Frequenz der Fremden, die durch die von allen Richtungen der Windroſe her nach Berlin mündenden Eiſenſtraßen herbeigeführt werden. Die Fremden, die Provinzialen bilden jetzt einen Hauptbeſtandtheil des Publikums in einem Theater, das vielleicht kaum fünfhundert bequeme