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Von F. W. Hackländer. 245
wärts gebogen ſo aufgeſtellt iſt, daß man von demſelben nicht nur das ganze Zimmer überſehen konnte, ſondern auch noch ein Nebenkabinet, eigentlich einen Alkoven, deſſen Oeffnung gerade ſo breit als das Kabinet iſt.
„Er ſitzt im andern Zimmer am Fenſter an ſeinem gewöhnlichen Platze,“ ſagte der Bediente nach einer Pauſe;„er ſtützt den Kopf auf die Hand und ſchaut in die Nacht hinaus.“—„Gut,“ entgegnete Herr Krämer, „du weißt, Frangois, daß der Beſitzer dieſes Hauſes, der alte Baron von Breda, vor einem Jahre ſtarb.“—„Aus Kummer,“ ſeufzte Frangvis.— „Allerdings aus Kummer,“ bemerkte der Andere,„und dazu hatte er Urſache genug. Es iſt keine Kleinigkeit, das zu erleben, was über den alten Herrn ſo plötzlich hereinbrach. Wie ſtand er in der Welt! Aus einem der beſten Häuſer des Landes, reich, angeſehen bei Vornehm und Gering, hatte er einen einzigen Sohn, ſeinen Stolz, ſeine Freude, einen der prächtigſten und lebensluſtigſten Cavaliere, die je zu Pferde ſtiegen, und dem alten Herrn ſchien ja alles nach Wunſch zu gehen. Wie oft hat ſo ein Vater von allerlei verliebten und anderen Launen ſeines Sohnes zu leiden, muß hie und da mit Geld nachhelfen oder alles Mögliche thun, um irgend eine Mesalliance zu verhindern. Derartige Geſchichten kamen eben hier nicht vor; alles wickelte ſich ab, wie ein gut geſponnenes Garn; daß der junge Herr der Tochter eines befreundeten Hauſes, der liebenswürdigen Gräfin Eliſe von Heeren, den Hof machte, wußte der alte Baron und rieb ſich ſchmunzelnd darüber die Hände. Nur Eins war ihm nicht ganz recht: die kleine Gräfin— ſchön, ſag ich Euch, Franevis, wie Ihr nie was geſehen— hatte einen einzigen Fehler, der eigentlich für ein Mädchen kein Fehler iſt,— ſie war noch zu jung, erſt vierzehn Jahre alt, als der Baron ſie kennen lernte. Und wer ſeine Liebe zu ihr, ſowie ſeinen leidenſchaftlichen Charakter kannte, der begriff leicht, daß er nach zwei Jahren des Wartens überdrüſſig war und, da Eliſe jetzt Sechszehn geworden, hartnäckig auf die endliche Verbindung drang.“—
Obgleich Frangvis immer ſehr erſtaunt ausſah, nickte er jetzt doch auch noch beipflichtend mit dem Kopfe.
„Umſonſt baten die Eltern der Braut, namentlich die Mutter, um Aufſchub von wenigſtens noch einem Jahre, die beiden alten Herren hatten längere Unterredungen mit einander, nahmen auch in Folge davon den jungen Herrn ernſtlich vor, deſſen ganze, aber einigermaßen heftige Antwort war:„wenn Eliſe noch warten will, ſo liebt ſie mich nicht und dann— kann auch ich warten.“— Seht Ihr, Frangois, darauf hin hätte ich alles


