Jahrgang 
1855
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238 Mein Leben.

bei den geiſtlichen, ſo viel Anſehen genießenden Herren wahrnahm, gefiel mir ſo ſehr, daß ich ſchon lange gewünſcht hatte auch ein ſolcher werden zu können. Ich beſprach mich über dieſen Gegenſtand öfter in der Schule mit einem etwas älteren Kameraden, und wir kamen endlich ganz im Stillen im letzten Schulwinter überein, daß wir im folgenden Herbſte zu ſtudiren anfangen wollten. In dieſem Vorſatz beſtärkten wir uns gegenſeitig ſo oft wir beim Kirchgang während des Sommers zuſammen kamen, hielten jedoch unſern Vorſatz einſtweilen noch geheim und übten uns nur ſo viel anging im Leſen und Schreiben, um es nicht zu vergeſſen.

Ich eröffnete dieſes Geheimniß niemand als dem Großvater wie einen leiſen Wunſch, um ſeine Meinung zu erforſchen, der denn eben auch nicht abgeneigt ſchien, einem ſolchen Entſchluß beizuſtimmen. Der beſtimmte Zeitpunkt unſerer Verabredung kam heran. Indem ich vorausſetzte, daß auch die lateiniſche Schule der Studenten zu Meran um dieſe Zeit beginne, forderte ich meinen Kameraden nun auf mit mir zum Kuraten zu gehen, und ihn zu bitten, uns die Anleitung zu ertheilen, um unſer Vorhaben in Ausführung zu bringen. Allein mein Freund ſchützte allerlei Hinderniſſe vor, daß er jetzt noch nicht dürfe; zu Weihnachten aber wollte er mitgehen. Ich theilte indeſſen mein Vorhaben jetzt auch den Verwandten mit, welche alle dagegen waren und mir alle möglichen Hinderniſſe und Uebelſtände vorbrachten, von denen der größte der war, daß ich kein Vermögen hätte, wogegen mir in der Heimat allerlei vortheilhafte Ausſichten bevorſtünden. Die geringſte Einrede machte der Großvater, und als er mein dringendes Verlangen ſah, erklärte er mir ganz offen: ich ſolle meinen Vorſatz nur ausführen, und wenn auch alle anderen dagegen wären, wolle er mich ſo viel er könne unterſtützen. Jetzt war der Weg geöffnet, und ich wollte jeden ferneren Aufſchub beſeitigen; Weihnachten kam heran und nun fragte ich meinen Freund zum letztenmale, ob er Wort halte? Er erklärte aber mit allerlei Ausflüchten, daß er wenigſtens für jetzt ſein Vorhaben aufgebe.

Nach dieſer am heiligen Dreikönigstage 1801 beim Kirchgange er⸗ haltenen Antwort ging ich nach der Meſſe ohne alle weitere Umſtände und Anfrage zu dem damals zu Rabenſtein beſtellten Kuraten, Pater Hammerle und trug ihm ſchüchtern meinen Entſchluß ſtudiren zu wollen vor, mit der Bitte: er möchte mich in die Lehre nehmen. Der geiſtliche Herr ſah mich erſtaunt lange an, und als er meinen vollen Ernſt gewahrte, kam er mir mit ſehr triftigen und entmuthigenden Einwürfen entgegen. Fürs Erſte

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