4 Der ſchwarze Annibale.
was wollt Ihr dort und was wollt ihr von ihr?“—„Ich ſage Euch ja, ich will ſie nur kennen lernen, weil ſie Eure Verwandte iſt und Ihr mir erzählt habt, daß ſie mit Euch zuſammen viel erlebt hat. Ihr ſelber—“
„Sie iſt eigentlich gar nicht eine rechte Verwandte von mir,“ unter⸗ brach mich der Alte mit einer ihm ſonſt nicht gewöhnlichen Heftigkeit;„ ob⸗ ſchon ſie allerdings,“ ſetzte er wie halb mit ſich ſelbſt ſprechend hinzu,„mir wohl für eine ſolche gelten kann, allein und einſam wie mein Alter iſt. Und erlebt— ja erlebt haben wir freilich vieles mit einander,“ ſchloß er ſeufzend.
„Nun alſo, warum wollt Ihr mich nicht zu ihr führen, Vincenzo? da ſie alt iſt, iſt die Sache ja obenein ganz ohne Gefahr,“ verſetzte ich ſcherzend. „Ein halber Seudi wäre obenein dabei für Euch zu verdienen.“—„Ercel⸗ lenza hat zu befehlen,“ ſagte er plötzlich den Ton ändernd.„Aber heute würde es zu ſpät werden, denn es iſt weit nach Tordika, wir haben für die Rückkehr den Wind gegen uns. Hätte ich gewußt, daß Ihr heute dahin wolltet, ſo hätte ich den Antonino mitgenommen, daß er mir rudern hülfe. Und— daß ich Euch das Letzte ſage heute würden wir ſie doch nicht ſehen die Alte, denn es iſt heute ein unglücklicher Tag für ſte, an dem die Arme mit keinem Menſchen gern redet, weil ſie zu beten hat für die arme Seele des— er brach hier plötzlich ab und ſetzte dann hinzu:„ihres Vaters.“
Ich ſah, daß der Alte keine Luſt hatte zu der Fahrt. Aber zugleich ſpannte die Art, wie er ſie ablehnte, die bei ihm unerhörte Verſchmähung einer ſo bedeutenden Ertrabelohnung, wie das ihm von mir als buona manu gebotene Silberſtück, und zugleich die letzten Worte ſeiner Erwiderung meine Neugier in ſo hohem Grade, daß ich beſchloß ihm nachzugeben, um deſto ſicherer hinter den eigentlichen Grund ſeiner Weigerung zu kommen.„Nun ſo wollen wir nach Maſſa ſteuern,“ ſagte ich,„und dort unſere Abendmahl⸗ zeit zuſammen einnehmen. Es gibt doch eine Lokanda in Maſſa, wo gute Maccaroni und ein guter Becher Wein zu haben ſind?“
„Eine Lokanda für die Herren Ingleſi iſt es nun wohl gerade nicht,“ verſetzte der Alte, ſichtbar erfreut durch meine Aufgabe der weitern Fahrt, und zugleich durch die Ausſicht auf das Abendbrod noch heiterer geſtimmt. „Aber gute Maccaroni und guten Wein kann ich Euch bei dem Meſſer Venterello verſprechen, und ich denke, Ihr werdet zufrieden ſein mit beiden, Excellenza.“
Mit dieſen Worten wendete er durch einen leichten Druck das Bvot


