Jahrgang 
1855
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Von Friedrich Lampert. 477

ein es kleinen Kriegshafens an; wir ſehen einen zwar nur kleinen Ort vor uns, aber er nimmt uns auf den erſten Augenblick für ſich ein; prächtig und erhaben ſteigen die gewaltigen Berge zu allen Seiten Rivas empor, nach längerem Getrenntſein den alten Liebesgruß uns zurufend. Glutrothe Abendwolken ſchweben ob ihren Häuptern hin; es lagert ſich ſchon thauiger Duft auf ihnen; des Sees Wogen färben ſich noch dunkler; des Abends Nahen empfängt uns man ſteht ſchon am Ufer, das Schiff erwartend, die Glocke tönt, alles ſtürzt nach Gepäck und Geſellſchaft, dann an die Landungsbrücke, jetzt iſt dieſelbe geworfen wir ſpringen an's Land, treiben ein Rudel nichtsnutziger Jungen, welche uns Reiſeſack und Taſche entreißen möchten und uns den Weg verſtellen, mit einigen kühnen Stößen ausein⸗ ander, ſchlagen den kürzeſten Weg ein und haben endlich ein prächtiges Zimmer im Albergo di Caſtello mit der glänzendſten Seeausſicht erobert.

Und nun noch, ehe es ganz Nacht wird, ein kurzer Gang durch Riva, über den Quai, eigentlich Markt⸗, Stapel⸗Paradeplatz, Brennpunkt des Verkehrs mit Arkaden, Cafés u. ſ. w. Alles in Allem, nach dem Caſtell, wo die Flotille im Hafen liegt, dann etwas auf der Straße nach Arco hin⸗ aus an der Minoritenkirche vorüber, für deren Altarbilderbeſichtigung es leider zu ſpät iſt. Wir möchten auch gern ein wenig in die Gärten hineinſehen, welche da hüben und drüben den Weg einfaſſen, allein die hohen Mauern, die uns von nun an noch oft das Wanderleben verbittern ſollen, fangen hier ſchon an und laſſen nur die höchſten Baumwipfel hervorlugen. Darum kehren wir um, gehen noch durch ein paar enge Straßen, plaudern mit eini⸗ gen vor den Häuſern ſitzenden freundlichen Leuten und ſtudiren dann in unſerem ſehr gut beſtellten Hotel Lago⸗di⸗Garda⸗Ichthognoſie. Wie lang ich in jener Nacht noch im Fenſter gelegen, weiß ich faſt ſelbſt nicht, aber da ſo hinauszuträumen in die ernſtſtille Flut, das Spiel des über die Berge heraufſteigenden Mondes in den dunklen Wogen zu beobachten, einen glän⸗ zenden Stern nach dem andern an dem tiefblauen Himmel aufflammen zu ſehen, die balſamiſchen Lüfte, welche die Bruſt lebenskräftig erweiterten, einzuathmen, das hatte einen mächtigen, unwiderſtehlichen Reiz, der aber nur dort zu finden iſt. Es war ſtille draußen, der helle, fröhliche Geſang der Mädchen, welche eben noch unter dem Fenſter am Ufer hingezogen waren, war auch erſtorben, nur manchmal tönte ein Schildwachenruf vom Caſtell herüber es war eine gefeite Nacht.

Riva ſollte nicht verlaſſen werden, ohne daß man die Straße beſucht