Jahrgang 
1855
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Von Friedrich Lampert. 473

führenden Brücken erſchien mir die della Pietra, nicht ſowohl wegen ihres grauen Alters, ſie hat noch zwei altrömiſche Bogen und iſt noch die⸗ ſelbe, über die einſt Dietrich von Bern vom Burgberg herab in die Stadt geritten, als vielmehr wegen des reichen Blickes, der ſich von ihr auf das gegenüber liegende Etſchufer erſchließt. Auf dem Berge thront da das alte Caſtell San Pietro, alte und neue Befeſtigungen durch einander ge⸗ miſcht, und Lorbeer, Akazien und Chpreſſen umgrünen beide. Die Fort⸗ ſetzung des Burgberges zeigt Garten an Garten, Villa an Villa. Einem dieſer Gärten galt unſer Beſuch, dem weit über Verona hinaus berühmten Giardino Giuſti.

Was man ſich von der italieniſchen Pflanzen⸗ und Blumenwelt träumt, umblüht und umduftet einen hier in üppigſter Wirklichkeit. Von den Mauern hängen in langen Guirlanden Ranken an Ranken, Schlingungen von wildem Wein und prachtvollem Epheu; Lorbeer⸗ und Akazienhecken, Oleander und Granatbüſche, Orangen und Citronen, nicht in den dummen Kübeln, ſondern hoch und kräftig frei wachſend; aber das Schönſte im Garten ſind ſeine mächtigen, großen Chpreſſen, die viel⸗ leicht unübertroffen ſind und ihr Leben nach Jahrhunderten zählen. Oben auf der höchſten der am Berg ſich hinaufziehenden Terraſſen vergißt man faſt das reizende Gartenbild über dem Landſchaftsbild, das in weitem, aus⸗ gedehntem Rahmen vor uns aufgeſtellt iſt. Zunächſt Veronas Häuſermeer, in ſeinem großartigen Eindruck vielleicht einzig dadurch beeinträchtigt, daß gar zu wenig charakteriſtiſche, bedeutende Thürme ſich herausheben; dann über die Stadt hinweg die weite lombardiſche Ebene, im Süden die Berge von Modena, im Weſten, nach der Richtung hin, wo Julia's Auge ihrem verbannten Romeo folgte, Mantua, die Hügelkette von Piemont den Hori⸗ zont begrenzend, die Kirchthürme von San Lucia und San Maſſimo, Som⸗ macompagna, Cuſtozza, das Schlachtfeld, auf dem ſo heiß und ritterlich gekämpft wurde, im Norden nach Brescia hin, die ſchneebedeckte Kette der Alpen. Es war ſchwer, da loszukommen, allein die Stunden flogen.

Wir hatten noch gar keine Kirchen geſehen, da mußte denn nun vor allen der Dom ſein hohes, prächtiges Portal uns öffnen, in deſſen Blenden Olivier und Roland mit ſeinem guten Schwert Durindarde Wache halten, auch außer ihnen Karls des Großen Mutter und Gemahlin in Stein aus⸗ gehauen zu ſehen ſind. In erhabener Einfachheit prägt ſich die Kathedrale der Erinnerung tief ein, und ſo in ihr der Altar der Cartolari, denn auf