Jahrgang 
1855
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Von Leyin Schücking. 229

Aber trotz aller geſchwundenen Illuſtonen, trotz aller Schmerzen und Sorgen iſt der künſtleriſche Drang, der mit ſo wehmüthiger Entſagung ſeine Kräfte an der Lebensaufgabe, die er ſich ſtellte, hat erlahmen ſehen, doch nicht umzubringen. Und was ihm nicht gelang, in der Wirklichkeit auszu⸗ führen, vielleicht gelingt es ihm, das in einem Abbilde der Wirklichkeit zu vollführen. Vielleicht, wenn er es erzählend zuſammenfaßt, wie er ge⸗ ſtrebt und gelebt, wenn er es im Zuſammenhange ſeinen Freunden mit⸗ theilt, ſeinen Kindern hinterläßt vielleicht erſcheint dann zuletzt doch etwas wie ein Ganzes, von Ideen getragen, die ſein Schickſal hineinlegte, von einer Harmonie umgeben, die Gottes Führung ihm verlieh.

Darum greift, wer der Feder mächtig iſt, gern dazu und erzählt ſeine Lebensgeſchichte; und auch der ſollte es, der gerade nicht zu denen gehört, deren berühmte Werke oder berufene Schickſale von vornherein die Theilnahme der Welt in Anſpruch nehmen. Nimmt man doch auch von dem Touriſten, der etwas geſehen und erfahren, bereitwillig ſeine Wanderſkizzen und Reiſe⸗ Erlebniſſe entgegen; Touriſten aber auf der großen Tour durchs Leben ſind wir Alle. Und der biographiſche Touriſt hat gewiß nicht weniger Bürgſchaft willkommen zu ſein, als der geographiſche. Während der letztere meiſt von Gegenden, Menſchen, Dingen erzählt, welche der Leſer ſelbſt nie zu erblicken hoffen darf, nie ſelbſt aufzuſuchen beabſichtigt, erzählt ihm der Biograph von einer Reiſe, auf welcher jener ja ſelbſt begriffen iſt. Jede Lebensbeſchreibung hat deßhalb etwas vom praktiſchen Werth eines guide de voyageur. Dazu kommt dann, daß jedes, auch das einfachſte Leben ſeine innere, ſeine von keiner Fiktion zu erreichende Poeſie beſitzt. Dieſe Poeſie beſteht, wie H. Koenig treffend bemerkt, in den Spuren und Manifeſtationen eines allwaltenden Geiſtes, der die Summe ſeiner Unendlichkeit in endlichen Weſen ausprägt und in Umlauf ſetzt. Daher erſcheint in jedem Einzelleben das Ewige individualiſirt und in dieſer wunderbaren Einknüpfung des Cwigen in das Individuelle liegt die Poeſie jedes Einzellebens, die es zum Gegenſtand künſtleriſcher Darſtellung berechtigt.

Koenig's Buch:Auch eine Jugend(Leipzig 1854) iſt eigentlich mehr als eine bloße Biographie. Es iſt eine ſorgfültig ausgearbeitete und künſt⸗ leriſch gerundete Darſtellung eines Lebensabſchnittes, der mit dem zwanzigſten Jahre endet; nicht willkürlich, ſondern eben weil das Schickſal des Verfaſſers hier einen Wendepunkt eintreten läßt, der naturgemäß einen Abſchnitt bildet. Was dann zunächſt auffällt, iſt die naive Offenheit des Verfaſſers,