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Zur Lecture. 479
Auch der„Commentar“ iſt, mit Ausnahme dieſes Titels, als fleißige Zu⸗ ſammenſtellung des Nothwendigen und Wünſchenswerthen nur zu loben.
Hiemit wäre unſre Anzeige geſchloſſen, müßten wir nicht zum mindeſten noch einen Blick auf den Theil des Büchleins werfen, den die Kritik ſonſt nur ausnahmsweiſe berückſichtigt, wir meinen das„Vorwort“. Herr Frey⸗ tag bricht in demſelben über alle ſeine Vorgänger auf das unbarmherzigſte den Stab— die zwei oder drei nicht ganz verwerflichen bekommen ſchließ⸗ lich auch ihr gerüttelt und geſchüttelt Maß des Tadels— und theilt auch ſonſt noch allerhand ſcharfe Hiebe aus. Grade dieſe letzteren, von denen einer Jean Paul und ein anderer die ſüddeutſche Sprach⸗ und Schreibweiſe im Gegenſatz zur norddeutſchen treffen ſoll, müſſen aber ſelbſt den ſchlichte⸗ ſten Leſer einigermaßen mißtrauiſch gegen die übrigen Aufſtellungen machen, und die aufgewendete Anzahl von Kraftausdrücken iſt nicht geeignet, dies Mißtrauen zu verringern.
Wir müſſen uns auf dieſe Bemerkungen beſchränken, und die Verthei⸗ digung der verdammten Ueberſetzungen Anderen überlaſſen, welche mehr Zeit und Platz zu ſolchen Arbeiten haben— ſchwer iſt dieſelbe, zum minde⸗ ſten bei einigen derſelben, nicht. Wir gedenken hier nur des Angriffs auf die Ueberſetzung der Frau von Helvig, von welcher Herr Freytag ſagt: „ſie wurde wie im Fluge ausgearbeitet; die Verſe ſind derart, wie man ſie von einer halbwegs gebildeten Dame zu erwarten pflegt, ſie ſind durchaus nicht jeden poetiſchen Gefühls bar, aber bis zur Unverträglichkeit ſchwer⸗ fällig, ohne alle Form und ungenießbar.“ Darauf nach Aufzählung anderer Sünden:„von ihrer Beſcheidenheit ſpricht es auch nicht, daß ſie ihre Ueber⸗ ſetzung in einigen nichtsſagenden Strophen Goethe dedicirte.“ Die von uns zum Theil fortgelaſſenen Vorwürfe, welche die Ueberſetzung treffen, gehn uns nichts an, das Buch liegt uns nicht vor. Wir erinnern dazu nur, daß man vor vierzig Jahren noch anders überſetzte und von einer Ueber⸗ ſetzung auch Anderes— d. i. weniger verlangte als heutzutage. Genügt doch ſelbſt die Shakeſpeare⸗Ueberſetzung von Schlegel und Tieck unſeren heutigen Forderungen nicht mehr vollſtändig. Wir haben hier nur von der „Ueberſetzung im Fluge“ und der„Unbeſcheidenheit der Dedication“ ein paar Worte zu ſagen.
Die Ueberſetzung der Frau von Helvig iſt allerdings die erſte, ſie er— ſchien 1826, während die erſte vollſtändige Ausgabe des Originals, wo wir nicht irren, zu Stockholm 1825 herauskam. Tegnér hatte aber ſchon meh⸗
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