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Zur Lecture
rere Jahre vorher Bruchſtücke des Gedichts in der„Iduna“ veröffentlicht, und Frau von Helvig überſetzte dieſelben— wir wiſſen nicht ob alle oder einen Theil— und ließ ſie im Stuttgarter„Morgenblatt“ mit kurzen Er⸗ läuterungen abdrucken, welche ſie„zum Theil der Gefälligkeit des Dichters“ verdankte, ſ. Morgenblatt 1822, N. 165 ff. Somit war ſie mit dieſer Ar⸗ beit, als ihr Buch herauskam, ſchon ſeit vier, reſp. fünf vollen Jahren be⸗ ſchäftigt geweſen. Goethe beſprach dieſe Proben, und nach ihnen das Ori⸗ ginal, im Jahr 1824 auf das anerkennendſte, theilte von fünf Nummern den Inhalt und die ſechste vollſtändig mit und forderte den Dichter und die Ueberſetzerin zur eiligſten Vollendung dieſes„Seeepos“ auf. Endlich iſt nicht zu vergeſſen, daß Frau von Helvig, geb. v. Imhoff, dem großen Dichter nichts weniger als fremd, vielmehr von Jugend auf genau bekannt war, und daß er im Verein mit Schiller ſchon ihr Gedicht, die im Schiller'ſchen Muſenalmanach abgedruckten„Schweſtern von Lesbos“, auf das rühmendſte anerkannt hatte.— Hiernach dürfte auch die Dedication ſehr begreiflich, ja vollſtändig gerechtfertigt ſein, und von einer Unbeſcheidenheit iſt nicht im allerentfernteſten die Rede.


