474 Zur Geſchichte der Taſchenſpielerkunſt. Von Hugo Schramm.
i*ſt auch der Präſtigiation zu Gute gekommen und hat derſelben neues Leben gebracht. Als Meiſter darin haben ſich ſeitdem namentlich Pinetti, Eckartshauſen und Philadelphia, in neueſter Zeit Bartolomeo Bosco aus Brescia, Döbler und Robin ausgezeichnet. Der erſtgenannte der letzten drei diente anfänglich im franzöſiſchen Heere und machte den Feldzug nach Rußland mit; dort gefangen genommen, wurde er nach Sibirien trans⸗ portirt, machte aber hier gerade ſein Glück, indem er als„Zauberkünſtler“ viel Bewunderung erregte und viel Geld verdiente; 1814 wurde er ausge⸗ wechſelt, erhielt den Abſchied und durchreiste 18 Jahre lang faſt alle Staaten Europa's und einen Theil des Orients auf ſeine Kunſt. Er ſtarb vor eini⸗ gen Jahren in Dresden, wo er auch begraben liegt. Sein einfacher Grab⸗ ſtein auf dem katholiſchen Kirchhofe der dortigen Friedrichſtadt iſt mit den Emblemen der Kunſt geſchmückt, die ſeinen Namen zu einem der populärſten in ganz Europa gemacht hat, mit Becher und Zauberſtab. Mit nicht weniger Beifall iſt zwar auch ſein Sohn Carlo 1852 in Frankreich aufgetreten, der⸗ ſelbe hatte jedoch 1857 das Unglück, ſich bei einer Produktion in Weimar mit einem Piſtol die Hand zu zerſchmettern.—


