Von Walderich von Sanct Trutbert.
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ihr wohl auch ein Andenken ſenden.“— Friedrich zog einen goldenen Ring mit einem Rubin vom Mittelfinger und gab ihn dem Parkwärter mit den Worten:„den bring' ihr und grüße ſie von mir. Ich muß es freilich darauf ankommen laſſen, daß du, alter Cujon, das Anvertraute unterſchlägſt. Wenn du ihn aber treu überlieferſt, ſo ſprech' ich dich von allen Sünden los, die du an mir verübt. Hier haſt du deine drei Dukaten.“
Peter ſchloß ihm das Parkthor auf, legte ſich ruhig auf's Ohr bis zum Morgen und ſtellte ſich dann dem Förſter vor.„Peter, führ' jetzt den Arre⸗ ſtanten herunter, um ihn zum Amt zu transportiren“, ſagte dieſer;„und du, Wendelieb, bring' noch etwas vom Kaffee herein, um das Bürſchlein für den drei Stunden weiten Weg zu ſtärken.“ Der Peter und die Wendelieb gingen miteinander hinaus und draußen ſteckte er ihr den Ring an den Zeigefinger:„den ſchickt Euch das hübſche Herrlein, traget ihn, bis er kommt und Euch zur Frau nimmt, und bleibet jetzt nur draußen, ich mach's allein beim Herrn Förſter aus.“ Er trat herein und ſprach:„Herr, der Arreſtant iſt durchgegangen, er muß Helfer im Park gehabt haben.“—„Schlingel,
das haſt du gethan auf deiner Wache,“ rief der Förſter,„du gehſt jetzt
mit einem Protokoll meiner Hand vor Amt, dort wird man dir geben, was du verdient haſt.“—„Herr, ſoll ich des Ausreißers Doppelbüchſe mit vor
Amt nehmen?“—
„Laß einmal ſehen, Peter: ein fein Gewehr, ſeine fünf
Louisdor zwiſchen Brüdern werth!“—„Herr, ich mein', Sie vergeſſen den
Ausreißer und behalten das Gewehr.
War ja von ihm doch nur ein Stu⸗
dentenſtreich.“—„Du haſt ihm alſo wirklich davongeholfen, Peter?“—
„Nur um Ihnen die feine Doppelbüchſe zu verſchaffen.“
—„So will ich
denn Gnade für Recht ergehen laſſen; du gehſt nicht vor Amt und hältſt dein Maul.“— Und du auch, denkt der Peter im Fortgehen. Eine Hand wäſcht die andere. Wie der Herr, ſo ſein Diener. Verſtand regiert die Welt.
Die Gänſe muß man rupfen.——
Fünf Jahre ſind vergangen; Friedrich hat längſt abſolvirt, auf Koſten ſeines gnädigen Herrn Oheims Reiſen gemacht und iſt nun auf dem Wege zu ihm, um ſich ihm zur Verfügung zu ſtellen. Wendeliebs Bild hatte den
Jüngling oft mit Sehnſucht erfüllt, war aber im Manne erblaßt. Ohne
den Park wieder geſehen zu haben, kam er beim Oheim an. Des Merkwür⸗ digen und Schönen viel hatte er ſeitdem in der Welt geſehen und doch trat ihm Sankt Blaſien noch ſo impoſant entgegen, wie es dem Kloſterſchüler
nicht entgegengetreten war, der hier unter des Oheims Augen, ein ſchlichter


