Jahrgang 
3 (1867)
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434 Bürglen auf der Höhe.

Peter.Und dem jungen Herrn ſein Recht allerdings anthun wird, ſpricht der Förſter.Morgen früh laſſ' ich Ihn vor das Amt transportiren, die Nacht über bleibt Er hier verhaftet und wenn der Herr Abt mit ſeinem ganzen Convent dazwiſchenträte.

Er verſchloß ihn in eine Dachkammer und polterte die Treppe hinab. Friedrich warf ſich auf einen Strohbund und überließ ſich ſeinen nicht ſehr heiteren Betrachtungen. Während eine Wanduhr drunten die Mitternachts⸗ ſtunde anſchlug, ließ ſich ein leiſes Geräuſch vor ſeiner Priſon hören, deren Thüre ſchüchtern und kaum hörbar aufging. Sankt Nothburgis trat ein, winkte ihm leiſe lachend zu, legte den Finger an den Mund und liſpelte nach einer Weile:kommen Sie mit mir, aber ſtill! Sie führte ihn an der

Rechten über den finſteren Gang an ein kleines Fenſterchen, vor dem eine hohe Leiter lehnte.Da hinab, ſprach ſie und drückte ihm die Hand; er ſchwang ſich hinaus, hauchte einen Kuß auf die Stirne des kindlichen Ange⸗ ſichts, das ihm aus dem Fenſterchen nachſchaute und ſtieg hinunter. Drunten wurde er von Peters Armen umfaßt, der ihm die Leiter hielt.Der Herr wird einſehen, ſpricht Peter,daß Ihm auf andere Weiſe nicht zu helfen war, daß ich mich für Ihn in Gefahr begebe und daher ein namhaftes Dou⸗ ceur wohl verdient habe. Wenn Er mir nicht wenigſtens drei Dukaten gibt, ſo halt' ich Ihn feſt und mache Lärm, denn der Herr Förſter hieß mich hier Schildwache ſtehen.Aber, klagte der Arreſtant,meine ſchöne eng⸗ liſche Doppelbüchſe!Die wird nun freilich dem Amt übergeben wer⸗ den, das nach dem jungen Herrn vielleicht fahnden läßt; mach' Er daher, daß Er heute Nachts noch einen tüchtigen Vorſprung gewinnt.

Parkwärter, ich löſe mich mit drei Dukaten, aber auch das Mädchen, Wer

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das mir den Weg zur Freiheit bahnte, iſt einer Erkenntlichkeit werth. iſt ſie denn?Ach ja, die Wendelieb, das wilde Ding, des Förſters größeſte von ſeinen vielen.Wie kam ſie aber auf die weiße Hirſchkuh?

fragte Friedrich, während er mit ſeinem Begleiter durch den Park eilte. Die hab' ich ihr als ein kleines Kitzlein aufgefangen, das zum Hausthier erzogen unſer tolles Jüngferlein aufſitzen läßt, wenn ſie im Mondſchein ſpa⸗ zieren reitet, denn am Tag thut ſie's nicht, ſie ſchämt ſich vor den Leuten.

Wem dank ich aber meine Freiheit?Mir und ihr; vor einer Stunde kommt ſie heraus und weint mir vor:den hübſchen jungen Herrn dürft ihr nicht unglücklich machen, ich laß ihn fort!Und ich halt' ihm die Leiter und führ' ihn fort, geb' ich der Wendelieb zur Antwort; könntet