8 Gott ſteuert die Bäume, daß ſie nicht in den Himmel wachſen.
nun gekriegt,“ bemerkte Heinrich,„und weißt du, was ſie letzthin bei Ahrens ſagten? Auguſt Knuth brauche zuvor dem Schweine heimlich etwas und Tiſchler Knuth beſtehe nur deßhalb in der Feſtcommiſſion immer auf die Schweinejagd, weil er gewiß ſei, daß ſein Auguſt es wieder greifen werde. Schneider Müller meinte: das viele Geld, das die Stadt für das Feſt her⸗ gäbe, würde eigentlich ganz ſpottſchlecht angewendet, und ein jeder in der Feſtcommiſſion ſuche nur den eigenen Vortheil nach beſter Möglichkeit herauszukratzen. Eine Illumination hätten wir, damit Klempner Lau neue Lampen zu machen und Senator Rumpf Oel und Talg zu liefern habe. Tiſchler Knuths wegen hätten wir alljährlich die Geſchichte mit dem Schwein und Bäcker Stemmels wegen die Syropsſemmeln. Wenn er, Schneider Müller, einmal in die Committe gewählt würde, dann ſollte ganz etwas Anderes auferſtehen; Aufzüge von Tyrolern und Polacken und Zigeunern und der Deubel und ſein Pumpſtaken.“—„Schneider Müller ſtichelt immer auf alles,“ bemerkte Gottlieb.—„Ja, nur nicht mit der Nadel,“ entgegnete der Kleine. Gleichzeitig aber reckte er ſich in die Höhe.„Was Teufel! Da rennen's ja alle nach Sterns Bude zu? Junge, da iſt dir ſicher was los, da müſſen wir hin!“— 4
So raſch die kleinen dürren Beine den Leib nur zu tragen vermochten, ſtapfte Heinrich an der Seite des Freundes dem allgemeinen Gedränge zu. „Es iſt ein Junge mit einem Pudel und einem Affen,“ ſagte Gottlieb, als ſie näher kamen,„wie das Thier niedlich ſpringt und tanzt!“—„Ich ſehe nichts als einen lumpigen Federbuſch,“ erwiderte Heinrich, welcher jetzt mit
ſeinem Begleiter ſich zwiſchen lauter Bauerknechten wie eingekeilt befand, ſo
daß er auch keinen Schritt vorwärts zu kommen vermochte.—„Dann ſollſt du mir auf die Schulter ſteigen; ich lehne mich hier an die Eiche,“ entgeg⸗ nete Gottlieb, und eine Minute ſpäter war der Plan bereits in Ausführung gebracht.
Die Mehrzahl des Publikums hatte ſich der Gegend zugewendet, wo
der kleine Savojarde ſeine Thiere ihre Capriolen machen ließ. In Folge
deſſen ſtanden die Schenkbuden plötzlich faſt ohne Gäſte, und man hörte darin nichts weiter, als das Geklapper von leeren Seideln und Gläſern, welche die Wirthe mißmuthig zuſammentrugen. Das Publikum war vor den Buden rein wie weggefegt, und ſo ſtanden denn auch die ſämmtlichen Roulettes ſtill.—„Was thut der infamtige Junge mit dem Affen hier?“ ſagte ingrimmig die Schuſterkrügerin zum Polizeidiener Horn.—„Stem⸗
.


