367 Sie ſo gern mit der großen Penigkeit uͤberra⸗ ſchen.“ Ich erſchrak, daß ich umzuſinken meinte. Wir ſprechen nicht von Neuigkeiten, antwortete Bernheim fluͤchtig, indem er ſich vom Fenſter erhob, und mich anſah. Was iſt das? ſagte er betroffen, eine Neuigkeit von Ihnen? Ich eilte hinweg zur Tante. Als ich zuruͤckkam, ſah ich Julien Bernheim noch etwas zuflüͤſtern, ſah ihn blaß und erſchrocken von ihr weggehen und ſich auf einen nahen Stuhl werfen, und mit leb⸗ oſem Blick vor ſich hinſtarren. Ach! jetzt glaub⸗ te ich zum erſtenmale ſeinen Worten, und ſah uns beide ungluͤcklich. Wie eine Verbrecherin ſtand ich da, und wäre gern zu ihm geeilt, hätte ich meinen Empfindungen folgen duͤrfen. Ich ging mit langſamen Schritten durch die Stube nach der Thuͤr. Er ſah mich nicht. Ich that, als haͤtte ich etwas im Fenſter zu ſuchen, an dem wir vorher ſtanden, ging dorthin, und beim Ruͤckweg dicht an ihm voruͤber. Gute Nacht, Bernheim! ſagte ich ihm leiſe, ich liebte Sie einſt.— Wir ſehen uns nicht wieder.
Jahrgang
3 (1799)
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