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Wenn Sie mir das nicht glauben koͤnnen, dann bin ich ſehr ungluͤcklich!— O meine Mutter, koͤnnte ich Ihnen beſchreiben, wie mir ward,
als ich das von einem Manne hoͤrte, den ich ſo
lang' im Stillen liebte! Ich glaubte wieder zu träumen, meine Sprache ſtockte; dennoch ſtieg im nämlichen Augenblick der Verdacht in mir auf, er wäre ein gewohnlicher Mann, der uͤber⸗ all von Liebe ſprechen koͤnnte. Wie kann mir Bertha's Geliebter ſo etwas ſagen? ſprach ich, und was wuͤrde dieſe denken, wenn ſie es hoͤren ſollte! Bertha's Geliebter? das war ich Gott⸗ lob! noch nie. Nun ſehe ich, daß ich mich ſelbſt betrogen habe, indem ich Ihr Herz pruͤfen woll te. In dieſem Augenblicke rief Julie:„Herr Bernheim! es iſt ein Gluͤck, daß ein gewiſſer Jemand nicht hier iſt, ſonſt konnten Sie Eifer⸗ ſucht erregen.“ Ich hatte ſchon immer bemerkt, daß ſowohl ſie, als Bertha, oft ſehr neugierig nach uns herſahen.„Macht Sie Mariane zu ihrem Vertrauten? fuhr ſie fort, und ich wollte
rentwegen bin ich wieder in das Haus gekommen.


