363 meines Herzens, die ich ſeinem Blick entzog. Aber er ſoll nicht betrogen werden. Bernheim denkt zu edel, eines Andern Zufriedenheit zu ſtoͤren, er hat auf ewig Abſchied von mir ge⸗ nommen. Rie, nie werden Marianens Augen ihn wieder ſehen. Ich werde mich beſtreben, der Pflicht zu leben; denn Ludwig iſt ja auch zut, und mein Herz ſo dankbar.—
Jetzt, meine Mutter, kann ich ſortſchrei⸗ ben, ich mußte erſt ausweinen, nun bin ich ru⸗ higer und will Ihnen alles erzaͤhlen. Ich hatte Ludwig mein Wort gegeben; was mein Herz dabei fuhlte, kann ich nicht ſagen. Er war gluͤck⸗ lich. Ich gruͤndete, wie ich glaubte, Ihre Ruhe, dies war mir Lohn. Aber Ludwig konnte nicht lange ſchweigen, bald erfuhr es die ganze Fa⸗ milie, und ſchien ſehr zufrieden damit zu ſeyn. Geſtern hatten wir große Nittags⸗Geſellſchaft, und Sie koͤnnen denken, wie beſchäftigt ich war. Kein Angenblick Erholung blieb mir bis an den Abend. Da die Heiterkeit meines Geiſtes, je⸗ ner angeborne muntre Frohſinn, ſeit einiger Zeit


