Jahrgang 
3 (1799)
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362 Hand verſprochen haͤtte. Ich verließ mich auf das Wort des aͤlteſten Oheims. Ich erkenne Ihre Guͤte, daß Sie nicht mehr unzufrieden mit mir ſind. Aber werde ich ihrer noch wuͤrdig ſeyn, wenn ich Ihnen etwas geſtehe, das ſchwer auf meinem Herzen liegt? Mutter, was hab' ich gethan! Ich habe Bernheim meine Liebe

geſtanden! Er hat in meinem Herzen geleſen, ich unglückliche, die Braut eines Andern! Ach er liebte mich, nur mich allein. Es war alles

Betrug; ich ward ſchrecklich getauſcht, niedrig betrogen. Zurnen Sie nicht, meine gute Mut⸗ ter, daß Ihr Kind einen Augenblick dem Hange ſeines Herzens nachgab. Zuͤrnen Sie nicht auf die Thränen, die ich weine, es ſind die letzten. Ich trete auf ewig nun zu Pflichten uber, wo

der Gedanke an ihn mir Vorwuͤrfe macht. Ach! . ich habe. Thraͤnen geſehen um mich! Wie bat, wie flehte er, noch zuruͤck zu treten⸗ Mutter! Kann ich? Ludwig hat mein Wort⸗ hat des Oheims Einwilligung. Er iſt ſo gluͤcklich⸗

ſo zufrieden, er kennt nicht die ſchreckliche Falts