Jahrgang 
3 (1799)
Einzelbild herunterladen

3

361 aber nun? Es iſt vorbei, mein Schickſal ſcheint entſchieden.

Saalfeld! ich moͤchte wahnſinnig werden; warum mußte ich pruͤfen wollen? warum folgte ich Dir nicht, und faßte den Entſchluß, ihr mein Herz zu oͤffnen? Warum ſtieß mich meine unſelige Beſorgniß aus dem Himmel meines Gluͤcks? Warum ſcheute ich Convenienzen in meiner Lage, und ging durch umwege? Ich, ich ſelbſt habe mich hoͤchſt wahrſcheinlich um das Gluͤck meines Lebens gebracht, das nur Sie machen konnte! Ewig wird ihr Bild mich be⸗ gleiten, jenes liebliche Bild unſchuldig reiner Liebe. Es iſt voruͤber! Ich reiſe; wohin? das weiß ich ſelbſt noch nicht. Leb wohl.

Mariane an ihre Mutter.

Sie wollen, liebe Mutter, daß ich wieder zu Ihnen kommen ſoll, das macht mir eine große Freude. Ach! ich fuhle, daß ich Ihre Vorwuͤrfe verdiene. Ich haͤtte Ihre Einwilligung abwar⸗ ten ſollen, ehe ich dem Oheim Ludwig meine