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ganz dahin iſt, ſo konnte ſelbſt die glänzende Be⸗ leuchtung der langen Zimmer kein Licht in mei⸗ ne Seele bringen. Ludwig hatte bald Abſchied von mir genommen, weil eine noͤthige Arbeit ihn draͤngte, und er uͤberhaupt große Geſellſchaf⸗ ten nicht liebt. Es war Abends gegen acht Uhr. Alle ſpielten noch. Ich hatte den Abendtiſch beſorgt, und ſtand im erſten Zimmer nahe bei den Spieltiſchen am Fenſter, als Bernheim, noch in Reiſekleidern, in die Stube trat. Mit ſeinem Anblicke ſtieg mir das heiße Blut ins
Geſicht. Bei dem fluͤchtigen Complimente, wel⸗ ches er gleich anfangs uͤberall, und auch mir
machte, bemerkte ich ſchon, daß ſeine Augen feſt auf mich gerichtet waren. Er ging darauf in die Nebenſtube, wo der Oheim und die Tante
ſich befanden, kam aber bald ganz nachlaͤſſig zu⸗
ruͤck, und indem er zu mir trat, und mich bei
der Hand faßte, ſagte er:„Und wie iſts Ihnen indeſſen gegangen, Mademoiſelle?“ Ziemlich
wohl! antwortete ich, wie mich dunkt, mit we⸗ nig Faſſung. Aber wie kommt es, daß wir


