Jahrgang 
3 (1799)
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353 Ich ſchließe mit Thränen im Auge. Adien⸗ liebe Mutter!

Von derſelben.

Heute, liebe Mutter, habe ich Ihnen et⸗ was zu eroffnen, das Ihnen gewiß Freude ma⸗ chen, und Ihr Herz mit Hoffnung froher Zu⸗ kunft erfuͤllen wird, wenn es auch jetzt noch dem meinen Ueberwindung koſten ſollte.

Geſtern, als die Tante und Couſinen im Konzert waren, ließ mich der Oheim auf ſein Studierzimmer rufen.Du haſt ſeit einiger Zeit traurig geſchienen, Mariane! ſagte er; get fällt dir es nicht in meinem Hauſe? Er ſtrei⸗ chelte mein Geſicht, faßte mich bei beiden Haͤn⸗ den, und war ſo guͤtig, ſo vaͤterlich wohlwollend Ich verſicherte ihn, daß ich zufrieden wäre! Nun, ſagte er, es mag ſeyn, wie es will, du wirſt es mir nicht gern ſagen. Aber ich habe dir einen Vorſchlag zu thun, der dich, wenn dein Herz einſtimmt, gewiß gluͤcklich machen, und

deiner guten Mutter Troſt und Freude ſeyn