Jahrgang 
3 (1799)
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wird. Ueberlege es, ehe wir ihr ſchreiben. Ich war erſchrocken, daß ich bleich ward und zitterte. Erſchrick nicht, Mariane, ſagte er, du haſt in allem ganz deinen freien Willen. Mein Bru⸗ der liebt dich. Er kennt alle deine guten Eigen⸗ ſchaften, und wenn du ihn wieder lieben kannſt, wie es ſcheint, ſo will er dir ſeine Hand geben. Da ſtand ich, liebe Mutter, wie vom Blitz ge⸗ troffen!Du haſt Zeit, es zu uͤberlegen, Ms⸗ riane, ſagte der Oheim. Uebereilen ſollſt du dich nicht, deswegen uͤbernahm ich es, mit dir davon zu ſprechen, und unter uns muß es jeßt auch bleiben, horſt du? Sch weinte heftig, als ich vom Oheim in meine Stube kam. Endlich uberlegte ich. Ich ſchlief nicht, und dachte zwei lange Rächte hin⸗ durch. Ich liebe zwar den Oheim Ludwig, aber ach! mit der Empfindung nicht, wie ich Bern⸗ heim geliebt haben wuͤrde. Ich dachte mir ihn blos als Verwandten, und nie in Beziebung einer andern, noch innigern Verbindung. Jn deſſen, ich vernahm ja ſo oft von Ihnen, eine